Jetzt kommt das Mischöl – weil die Olivenernte miserabel war

Die weltweite Olivenölproduktion geht zurück, Italien ist besonders stark betroffen. Das zwingt auch Schweizer Detailhändler zum Handeln.

Olivenölproduktion in Griechenland: Griechisches Öl landet auch in Monini-Flaschen.

Olivenölproduktion in Griechenland: Griechisches Öl landet auch in Monini-Flaschen. Bild: Keystone

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Für Ferienreisende in Spanien und Italien war der letzte Spätsommer ein Traum. Warmes Wetter, viel Sonne, kaum Regen. Doch während die Touristen das Wetter genossen, war den Olivenbauern schon klar: Ihnen stehen harte Zeiten bevor.

Ein heisser Sommer und Dürre in Südeuropa haben die Ernte im vergangenen Jahr stark beeinträchtigt. Die Früchte erreichten teils nicht die nötige Qualität, die es für gepresstes Olivenöl braucht. Die Bedingungen förderten auch Schädlinge wie die Olivenfliege, welche die Ernte zerstört. Der Weltverband für Olivenöl geht davon aus, dass die weltweite Produktionsmenge von Olivenöl um 14 Prozent fällt.

Fast 50 Prozent weniger aus Italien

Besonders schlimm steht es um Italien. Dort erwartet der Verband einen Rückgang von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das dürften auch Konsumenten in der Schweiz zu spüren bekommen. Bei der Migros etwa ist das Haus-Olivenöl der Marke Monini in der Regel italienisch. «Weil die italienische Ernte in diesem Jahr besonders gelitten hat, hat sich Monini entschieden, bei zwei Sorten – Classico und Delicato – eine Mischung aus verschiedenen europäischen Herkünften anzubieten, um die Qualität zu sichern», so Sprecherin Martina Bosshard. Das hat Monini auch im Erntejahr 2014/2015 schon tun müssen. Es handelt sich bei der Mischung um spanisches, griechisches und italienisches Olivenöl.

Weil die Produktion sich aber überall verringert, dürften auch die Preise für das Öl steigen. Für Grosshändler sind die Preise für italienisches Extra-Vergine-Olivenöl laut dem Weltverband 70 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Beim spanischen Öl beträgt der Anstieg 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr, griechisches Öl ist 21 Prozent teurer.

Im Supermarkt kaum teurer

Ganz so drastisch fällt es dann im Supermarkt nicht aus. So heisst es etwa von Coop, man sei aktuell nicht mit Engpässen bei italienischem Olivenöl konfrontiert. «Wir haben deshalb die Preise für Olivenöl nicht erhöht und haben derzeit auch keine Preiserhöhungen geplant», so Sprecher Ramon Gander. Migros hatte die Preise bereits im Februar erhöht, weitere Preiserhöhungen seien in diesem Jahr nicht geplant, so der Detailhändler. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.05.2017, 14:21 Uhr

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