Job-Absage mit Strafporto

Auf einen kürzlich erschienenen Artikel über den Umgang mit Stellensuchenden in Deutschland haben sich viele Leser aus der Schweiz gemeldet. Einige der unverschämtesten Fälle.

Auch in der Schweiz erleben Bewerber Haarsträubendes: Stellensuchender bei der Zeitungslektüre.

Auch in der Schweiz erleben Bewerber Haarsträubendes: Stellensuchender bei der Zeitungslektüre. Bild: Keystone

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Ein Bewerber schildert, wie er zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Eine Woche darauf kam die Absage mit den Bewerbungsunterlagen in der Beilage. Beim Durchblättern entdeckte der Bewerber handschriftliche Notizen darin: «Stinkt aus dem Mund und ist schlecht gekleidet.»

Jemand anders schickte eine Bewerbung an ein renommiertes Fünfsternhotel. Die Absage folgte prompt. Man suche eigentlich gar niemand Konkretes, sondern wolle nur mal den Marktwert des Hauses testen und schauen, wer sich so melde. Während die einen Arbeitgeber mit zu vielen Bewerbern argumentieren, begründen die andern ihre Absage mit mangelnder Konkurrenz. So habe sich eine Frau auf eine Spezialistenstelle bei einer Basler Grossfirma beworben. Die entsprechende Abteilungsleitung wollte sie daraufhin einstellen. Bis die Personalabteilung einschritt und meinte, da es nur eine Bewerberin gebe, könne keine Auswahl getroffen werden.

Standardisierte Formulare geben weniger Diskussionen

Ein grosser Telefondienstanbieter schickte eine Bewerbung mit vier möglichen Absagegründen zurück. Die Erklärung: Die Lehrtochter habe eine Schablone verwendet. Ein anderer Leserkommentar schildert, wie er seine Unterlagen von einem Personalvermittlungsinstitut zurückgeschickt bekam. Ungenügend frankiert. Der Mann musste für seine Absage noch Strafporto zahlen.

Ein Mitarbeiter eines Personalbüros relativiert die Kommentare und wendet ein, dass es immer zwei Seiten gebe. Er habe schon viele ausufernde Diskussionen mit Bewerbern erlebt, die mit Drohungen, Anfeindungen und Beleidigungen geendet hätten. Darum bevorzuge er ein standardisiertes Formular. Dieses Vorgehen führe zu weniger Komplikationen.

Erstellt: 14.03.2014, 12:43 Uhr

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