Julius Bär, Pictet und dann an die Grossbank-Spitze?

Der Entscheid von Bär-Chef Collardi verwundert. Warum er für seine Karriere förderlich sein könnte.

«Collardi wird bei Pictet in der Anonymität versinken»: Jorgos Brouzos zum Wechsel des Zürcher Bankers nach Genf. (Video: Nikolas Fäs)

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Boris Collardi wurde in der Vergangenheit für so manchen vakanten Chefposten gehandelt. Dass der heute 43-jährige langjährige Bär-Chef nicht bis zur Pensionierung bei der Bank bleiben würde, war ein offenes Geheimnis. Bei der Genfer Privatbank Lombard Odier galt er jüngst als Kandidat für einen Topjob, und sein Name wurde auch ins Spiel gebracht, als die Bankiervereinigung einen neuen Präsidenten suchte.

Nun hat ihn das passende Angebot erreicht: Er wird Miteigentümer der Genfer Bank Pictet und dort zum Vizechef des Privatkundengeschäfts. Der Schritt überrascht, denn auf den ersten Blick ist es ein Wechsel in die zweite Reihe.

Die Genfer Bank Pictet verwaltet zwar deutlich mehr Kundengelder als die Bank Bär. Doch der grosse Teil davon stammt von professionellen Kunden. Das Geschäft mit den vermögenden Privatkunden ist bei Pictet wesentlich kleiner als bei Bär. Zudem ist Collardi als Bär-Chef im Rampenlicht und hat das Sagen, bei Pictet ist er einer von sieben geschäftsführenden Partnern.

Zurück nach Zürich?

Doch mit Collardi könnte die Bank nun versuchen, diesen Bereich auszubauen. Denn mit Collardi hat sich Pictet nun einen Mann an Bord geholt, der weiss, wie eine Bank im Privatkundengeschäft rasch wachsen kann.

Bildstrecke: Boris Collardi und die Bank Julius Bär

Bei Pictet wird sich Collardi nun zusätzliches Rüstzeug aneignen. Dieses könnte ihn auch wieder aus Genf wegführen. Denn dort wird er sich die Kompetenzen holen, die ihm für einen Topjob bei einer Grossbank noch fehlen.

Oft heisst es, dass es mit seinem Erfahrungsschatz wohl schwierig für ihn gewesen wäre, direkt in die oberste Chefetage zu kommen. Auch wäre man bei der Bank Bär enttäuscht gewesen, wenn er zur UBS oder CS gewechselt hätte, hört man.

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Statt direkt auf die ganz grosse Bühne zu wechseln, könnte Collardi nun einen Zwischenschritt wagen. Der Weg könnte ihn früher oder später auf die grosse Bühne zurückführen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.11.2017, 13:28 Uhr

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