Putins Triumph über Greenpeace

Russland hat die Öllieferungen von der umstrittenen Förderplattform «Priraslomnoje» in der Arktis aufgenommen – trotz des Protests der Umweltschützer.

Präsident Putin verkündete die Beladung des ersten Tankers: Die Ölplattform während ihres Transports in die Arktis. (27. November 2010)

Präsident Putin verkündete die Beladung des ersten Tankers: Die Ölplattform während ihres Transports in die Arktis. (27. November 2010) Bild: Keystone

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Präsident Wladimir Putin begrüsste am Freitag die Aufnahme der Ölförderung in der Arktis als Stärkung der heimischen Wirtschaft. Zudem werde Russland mit diesen Öllieferungen seinen Anteil am weltweiten Energiemarkt steigern. Der Präsident hat die Überwachung von Projekten der Energieversorgung zur Chefsache erklärt.

Das Erdölunternehmen Gazprom Neft belud den ersten Tanker mit 70'000 Tonnen Erdöl. Russland will mit der Ausbeutung der Ölvorkommen die in Westsibirien langsam zur Neige gehenden Vorräte ersetzen.

«Notfallplan ist einer Farce»

Gegen das Projekt hatten Umweltschützer vergeblich protestiert. Eine Greenpeace-Gruppe näherte sich im vergangenen Jahr der Plattform mit einem Eisbrecher. Die russische Küstenwache beschlagnahmte das Schiff und nahm rund 30 Menschen an Bord fest.

Sie wurden zwei Monate lang festgehalten. Einer von ihnen war der Zürcher Aktivist Marco Weber, der versucht hatte, die Ölplattform zu besteigen. Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern erklärte, Gazprom ignoriere alle Warnungen, dass ein Ölunfall in der Arktis nicht beherrschbar sei. Der Notfallplan des Unternehmens sei eine Farce. (ldc/sda)

Erstellt: 18.04.2014, 19:58 Uhr

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