Quinoa mit Pulled Pork statt Pommes frites mit Big Mac

McDonald’s testet in einer hippen Gegend von Sydney ein neues Restaurantkonzept mit frischem, gesundem Essen – The Corner. Fritten, Burger und ein goldenes M sucht man vergebens.

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Das Gericht steht neuerdings in jeder Beiz auf der Speisekarte, die sich für hip und trendy hält: Pulled Pork. 10 bis 15 Stunden bei niedriger Temperatur gegarte Schweinsschulter, die zuvor 24 Stunden mariniert worden ist und in einem Barbecue Smoker langsam den typischen Rauchgeschmack annimmt.

Es ist dieses Gericht, das als Aushängeschild des neu eröffneten Cafés The Corner in Camperdown gilt, einem Stadtteil in Sydney, Australien. Zusammen mit Linsen nach libanesischer Art, braunem Reis mit Butter und Knoblauch, Kohlsalat und Jungspinat bildet es die Eiweiss-und-Reis-Box. Kostenpunkt: 9 australische Dollar – das sind 7.25 Franken. Und wer mit Schweinefleisch nichts anfangen kann, stürzt sich stattdessen auf die marokkanische Pouletbrust, den gebackenen Kürbis, den Quinoa-Salat oder den Tofu mit Gemüse an Chili-Sesam-Dressing. Und trinkt dazu ein Balsamico-Erdbeer-Gazosa.

Verantwortlich für das Übergewicht einer Nation

Burger, Chicken Nuggets und Pommes frites fehlen auf der Karte genauso wie kübelweise Coca Cola. Dabei steckt hinter The Corner der wohl bekannteste Fast-Food-Gigant der Welt: McDonald’s. Vom goldenen M ist allerdings nur die Farbe geblieben – und das winzige Logo der Kaffeekette McCafé. The Corner ist einmalig, ein Versuchslabor, mit dem Macca’s – so wird McDonald’s in Australien genannt – neue Wege in Zeiten veränderter Ernährungsgewohnheiten erforschen will.

Der Konzern musste Anfang Dezember einen regelrechten Umsatzeinbruch bekannt geben: Ausgerechnet im Heimatland, den USA, sanken die Einnahmen so stark wie zuletzt vor über 14 Jahren. Gegen den Ruf, für das Übergewicht einer ganzen Nation verantwortlich zu sein, kämpft das Unternehmen seit Jahren – mit Alternativen wie frischen Früchten fürs Happy Meal oder Wraps und Salaten statt Burger und Fritten.

Erfolgreiches Versuchslabor Australien

Das alleine reicht aber offenbar nicht. In Australien wurde darum eine Filiale an besonders kritischer Lage nach dem völlig neuen Konzept umgestaltet. The Corner steht gegenüber eines Spitals – und darum im gesundheitspolitischen Schussfeld. Ein normaler McDonald’s wäre an dieser Lage gar nicht infrage gekommen. Bis vor wenigen Wochen stand dort aber ein McCafé, dessen Angebot eher auf Sandwiches und Salate und Kaffee und Kuchen als auf Burger und Cola ausgerichtet ist.

Das neue Konzept ist nun aber sogar davon so weit weg, dass angelsächsische Medien rund um die Welt darüber spotten, das McDonald’s sein Imageproblem mit einem Konzept beheben will, das an alles erinnert – nur nicht an McDonald’s. The Corner ist zudem nicht das erste neue Konzept, das in Australien getestet wird. Zuvor sorgte bereits der Gourmet Burger für Furore. Er lässt sich aus diversen Optionen individuell zusammenstellen und wird auf einem Holzbrett am Tisch serviert, die Pommes frites stecken passend dazu in einem kleinen Korb aus Metall (siehe Video).

Ob sich The Corner durchsetzt, muss sich erst noch zeigen. Das Gourmet-Burger-Konzept hingegen ist offenbar so erfolgreich, dass nun in Australien 1 Milliarde Aussie-Dollar (800 Millionen Franken) in den Umbau der McDonald’s-Filialen fliessen soll. Auch in den USA wird das Konzept nun eingeführt, wie vor kurzem bekannt wurde. In der Schweiz ist es allerdings noch kein Thema.

Erstellt: 31.12.2014, 13:30 Uhr

Video

So funktioniert der Gourmet Burger

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