Schweizer Börse dämmt Verluste ein

Tief im roten Bereich gestartet, schloss der SMI mit einem Minus von gut drei Prozent. Die Finanzwerte gerieten ein weiteres Mal unter besonderen Druck.

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Die europäischen Aktienmärkte eröffneten am Montag mit massiven Verlusten, nachdem der Nikkei-Index in Tokio zuvor um 6,36 Prozent auf 7162,90 Punkte - den niedrigsten Stand seit 26 Jahren - abgestürzt war. An der Schweizer Börse tauchte der Swiss Market Index zeitweise um fast viereinhalb Prozent. Die Verluste reduzierten sich im Verlaufe des Nachmittags etwas, als der Dow Jones an der Wall Street vergleichsweise gering im roten Bereich eröffnete und später sogar ins Plus drehte. «Die Welt erlebt eine Finanzkrise von gigantischem Ausmass», hiess es im Marktkommentar der Zürcher Kantonalbank.

UBS bei auf Allzeittief bei 14,20 Franken

An der Schweizer Börse schloss der Blue-Chips-Index bei 5500,94 Punkten, 3,07 Prozent tiefer als letzten Freitag. Abermals knickten besonders die Finanzwerte ein. Die UBS-Aktien fielen am Montag auf ein Rektordtief von 14,20 Franken. Sie notierten am Abend bei 15,20 Franken, 7,9 Prozent tiefer als am Freitag. Credit Suisse gaben 10,0 Prozent nach, Julius Bär 5,0 Prozent. Massive Verluste verzeichneten Swiss Re mit 10,5 Prozent, während Zürich (minus 6,7 Prozent), Baloise (minus 6,5 Prozent) und Swiss Life (minus 3,8 Prozent) vergleichsweise glimpflicher davonkamen. ABB verloren 7,4 Prozent, Swisscom 6,2 Prozent und Richemont 5,6 Prozent. Als einziger SMI-Titel stand bei Handelsschluss Novartis mit 1,3 Prozent im Plus.

In Frankfurt brach der Deutsche Aktienindex DAX kurz nach Handelseröffnung knapp fünf Prozent ein. Bis zum Abend erholte er sich und lag mit 4.334,64.Punkten mit 0,91 Prozent im Plus. Ähnlich durchgeschüttelt wurden auch andere europäische Börsen. In Paris notierte der CAC am Abend knapp vier Prozent tiefer und in London verlor der FTSE 100 rund ein Prozent. In New York eröffnete die Wall Street mit Verlusten bis rund 1,6 Prozent, erholte sich aber wieder. Gut zwei Stunden nach Handelsaufnahme lag er bei 8.483,29 sogar mit 1,25 Prozent im Plus.

Angst vor Ausweitung der Finanzkrise

Hintergrund der jüngsten Verwerfungen ist die Sorge, dass sich die Finanzmarktkrise zu einer Währungskrise ausweiten könnte. Der japanische Yen war am Freitag auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Ein Dollar kostete etwa 90 Yen. Am Montag stieg der Dollar wieder und lag am Nachmittag bei 92 Yen.

Zugleich sackt der Euro immer weiter ab. Gegen den Franken fiel die europäische Einheitswährung auf ein Rekordtief von 1,4322, bevor sie wieder etwas zulegte auf 1,4486 Franken. Gegen den Dollar gab der Euro auf 1,2506 nach, verglichen mit 1,2686 Dollar am Freitag.

Euro-Zinssenkung

Unterdessen deutete die EZB-Präsident Jean-Claude Trichet an, dass eine Leitzinssenkung für den Euro-Raum bevorstehen könnte. Die US-Notenbanker treffen sich bereits am (morgigen) Dienstag für zwei Tage. Allgemein wird mit einer Leitzinssenkung um 0,5 Prozentpunkte auf 1 Prozent in den USA gerechnet. Allerdings machten auch Spekulationen die Runde, wichtige Notenbanken der Welt könnten erneut in einer konzertierten Aktion die geldpolitischen Zügel lockern. (cpm/ap)

Erstellt: 27.10.2008, 20:45 Uhr

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