Schweizer Tourismus geht optimistisch in den Winter

Die Tourismus-Branche rechnet für die kommende Saison mit einem ansehnlichen Plus.

Mehr Wintertouristen für die Schweiz: Wintersportler geniessen die Sonne in Davos. Bild: Arno Balzarini / Keystone.

Mehr Wintertouristen für die Schweiz: Wintersportler geniessen die Sonne in Davos. Bild: Arno Balzarini / Keystone.

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Die Prognose für den Wintertourismus sieht prächtig aus. Um 2 Prozent soll die Zahl der Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr zulegen. Für das ganze Tourismusjahr 2015 – das von November 2014 bis Oktober 2015 reicht – rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel sogar mit einem Plus von 2,2 Prozent.

Doch der Blick nach vorn enthält diverse Unsicherheitsfaktoren. In der Prognose ist etwa eine «steigende Wachstumsdynamik der weltweiten und insbesondere der europäischen Konjunktur» eingerechnet. Ein solches Szenario ist aber ungewiss geworden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) zum Beispiel hat vorletzte Woche seine Erwartungen für das globale Wirtschaftswachstum in diesem und im nächsten Jahr weiter nach unten korrigiert.

Beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) räumt man denn auch ein, dass ein «relativ optimistisches Bild gezeigt werde». Wenn das Volumen der ausländischen Gäste zurückgeht, kann dies die Branche empfindlich treffen. Nach wie vor ist der Schweizer Tourismus stark von der Nachfrage aus Europa und besonders aus Deutschland abhängig. Wenngleich es gelang, die Schweiz als Reiseziel in weiteren Märkten wie China und Indien zu verankern. Bei den Logiernächten der ausländischen Gästen haben jene aus China im laufenden Jahr jene aus Italien vom fünften Platz verdrängt.

Gäste werden älter

Gerade bei den Prognosen für den Tourismus kommt eine weitere Ungewissheit hinzu: das Wetter. Es führte etwa dazu, dass die Zunahme bei den Logiernächten im Tourismusjahr 2012/2013 weit hinter den Prognosen zurückblieb. Trotz dieser Abweichungen zwischen Erwartungen und Wirklichkeit äussert sich das Seco zufrieden mit der Qualität der Vorhersagen: Eine kumulierte Betrachtung über mehrere Jahre zeige, dass die Realität gut abgebildet werde.

Ein Trend lässt sich über die vergangenen Jahre eindeutig ablesen: Der Tourismus in den Bergregionen entwickelte sich seitwärts, während die Nachfrage vorab in den Städten stark anstieg. Jürg Schmid, Direktor der Vermarktungsorganisation Schweiz Tourismus, nennt Gründe dafür. Beim Wintersport schlägt sich der demografische Wandel nieder: Die Gäste werden älter. Die Jungen schnallen sich immer weniger die Ski unter die Füsse. Zudem werde weniger oft und weniger lang Ski gefahren. Auch wegen einer «gefühlten Unsicherheit», etwa bei der Verletzungsgefahr, wie Schmid sagt. Es erscheint deshalb paradox, dass laut einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Sport die Zahl der Skifahrer in der Schweiz zugenommen hat.

Unabhängig von all diesen Perspektiven und Herausforderungen gehört es zum Pflichtenheft der Touristiker, jeweils vor dem Start der Wintersaison gute Laune zu verströmen. In diesem Jahr greift Schweiz Tourismus dafür auf die Vergangenheit zurück, feiert 150 Jahre Wintertourismus und versucht die Gäste mit Nostalgie in die Berge zu locken. Und hofft auf gutes Wetter.

Erstellt: 20.10.2014, 22:18 Uhr

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