Soros am WEF: «Trump ist eine Gefahr für die Welt»

George Soros kämpft mit seiner Milliarden-Stiftung gegen Nationalismus. In Davos kritisierte er Donald Trump erneut scharf.

Investor George Soros hält mit Kritik an Donald Trump nicht zurück. Bild: Bloomberg

Investor George Soros hält mit Kritik an Donald Trump nicht zurück. Bild: Bloomberg

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Eigentlich müsste er sich das nicht mehr antun. Der 87-jährige George Soros könnte es ruhiger angehen lassen. Er hat den Holocaust überlebt und ein Vermögen verdient. Doch sucht der aus Ungarn stammende US-Investor die Öffentlichkeit und setzt sich für eine offene und multikulturelle Gesellschaft ein. Dafür legt er sich mit den Mächtigen dieser Welt an – sei es der russische Staatschef Wladimir Putin oder der US-Präsident Donald Trump.

2017 sorgte der Investor mit seinem Auftritt am Weltwirtschaftsforum in Davos (WEF) für Aufsehen. Er erklärte damals, Trump sei ein «Blender, Hochstapler und Möchtegerndiktator». Ein Jahr später klang es nicht weniger bissig: «Präsident Trump möchte in den USA einen Mafiastaat errichten», sagte Soros am Donnerstagabend in Davos. «Aber das gelingt ihm nicht, weil es die Verfassung gibt, andere Institutionen und eine lebendige Zivilgesellschaft.»

«Die Bedrohung durch einen Atomkrieg ist real»

Für Soros steht nicht nur das Überleben der offenen Gesellschaft auf dem Spiel, sondern das Überleben der gesamten Zivilisation. Der Aufstieg von Staatschefs wie Donald Trump in den USA und Kim Jong-un in Nordkorea hat viel damit zu tun. «Beide scheinen gewillt zu sein, einen Atomkrieg zu riskieren, damit sie selbst an der Macht bleiben», glaubt Soros. «Die Bedrohung durch einen Atomkrieg ist so angsteinflössend, dass wir versuchen, sie zu ignorieren. Aber sie ist real.»

Trumps Tag 1 in Bildern: Der US-Präsident sorgt in Davos für Aufregung

Soros erachtet die Trump-Administration deshalb «eindeutig als eine Gefahr für die Welt.» Wenn auch nur eine temporäre. Die nächste US-Präsidentschaftswahl werde Trump nicht gewinnen. «Das Phänomen Trump wird im Jahr 2020 wieder verschwinden, oder sogar noch früher.»

(TA)

Erstellt: 25.01.2018, 22:38 Uhr

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