Superreiche werden immer reicher

Der weltweite Reichtum steigt weiter kräftig, doch die Vermögen konzentrieren sich noch stärker bei den Superreichen. Das zeigt eine Studie.

Nur für Menschen mit entsprechendem Budget: ein Rolls Royce Silver Cloud.

Nur für Menschen mit entsprechendem Budget: ein Rolls Royce Silver Cloud. Bild: Raminder Pal Singh/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist ein Klischee, doch Studien bestätigen es oft: Die Reichen werden immer reicher. 2014 war für Vermögende wieder ein gutes Jahr und der weltweite Reichtum stieg kräftig. Die höchste Millionärsdichte fand sich in der Schweiz.

2014 legten die privaten Finanzvermögen im Vergleich zum Vorjahr um fast zwölf Prozent auf 164 Billionen US-Dollar (146 Billionen Euro) zu. Das ist das Ergebnis einer am Montag in New York veröffentlichten Studie der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG).

Vermögensboom in China

Die Vermögen konzentrieren sich demnach noch stärker bei den Superreichen. Die regionale Verteilung verändert sich aber – vor allem dank des Vermögensbooms in China hat der asiatisch-pazifische Raum ohne Japan Europa überholt und dürfte bald auch die USA hinter sich lassen.

Die Zahl der Millionäre weltweit kletterte im letzten Jahr nach Angaben der Beratungsfirma deutlich von 15 auf 17 Millionen. Der Anteil dieser Haushalte am gesamten Privatvermögen nahm von 40 auf 41 Prozent zu.

Nach Schätzung von BCG dürfte dieser Anteil bis 2019 auf 46 Prozent steigen. Das rasanteste Wachstum sagen die Forscher der Spitzengruppe mit Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar voraus, bei der sich zuletzt bereits sechs Prozent des globalen Reichtums ballten. Millionäre und Superreiche profitierten bei ihren Finanzanlagen 2014 vom Börsen-Boom und der verbesserten Weltkonjunktur.

Regionale Verschiebungen der Reichtümer

Auf regionaler Ebene verschieben sich die Reichtümer allerdings zunehmend. Mit 51 Billionen Dollar Privatvermögen bleibt Nordamerika zwar an der Spitze. Doch Asien (ohne Japan), wo die Privatvermögen 2014 um 29 Prozent zulegten, ist mit 47 Billionen Dollar dicht auf den Fersen und hat Europa (knapp 43 Billionen Dollar) bereits überholt.

Laut BCG-Berechnungen dürfte die Region 2016 auch an den USA vorbeiziehen und bis 2019 Reichtum in Höhe von 75 Billionen Dollar anhäufen. Die gesamten globalen Privatvermögen sieht die Firma bis dahin auf 222 Billionen Dollar klettern.

Die meisten Millionäre und Superreichen hatten zuletzt die USA vor dem stark aufholenden China. Die höchste Millionärsdichte macht die Studie in der Schweiz aus, wo 135 von 1000 Einwohnern mehr als eine Million Dollar auf der hohen Kante hatten. Dahinter folgen Bahrain, Katar, Singapur, Kuwait und Hongkong. (mlr/sda)

Erstellt: 15.06.2015, 19:26 Uhr

Artikel zum Thema

So hoch besteuert die Schweiz die Vermögen der Reichen

Zwar haben die meisten Kantone die Erbschaftssteuer für Kinder abgeschafft. Wohlhabende werden im internationalen Vergleich aber nicht geschont. Mehr...

Der diskrete Millionär

Klaus-Peter Eggert hat der Gemeinde Russikon Millionen vermacht – sein ganzes Vermögen. Der zurückgezogen lebende Deutsche war als Dienstverweigerer in die Schweiz gekommen. Mehr...

Die Vermögensungleichheit der Schweiz im Vergleich

Datenblog Nach Gini-Koeffizient ist das Vermögen in der Schweiz so ungleich verteilt wie nur in wenigen anderen Ländern. Was taugt der Vergleich? Ein Sozialwissenschaftler und ein Ökonom sind sich uneinig. Zum Blog

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Private View Der Fang des Jahres

Mamablog Nachts sind alle Väter grau

TA Marktplatz

Die Welt in Bildern

Riesig hohe Surfwellen: Vor der portugisischen Küste befindet sich im Meer der Nazare Canyon eine über 230 Kilometer lange Schlucht mit einer Tiefe von bis zu 5000 Metern, deshalb entstehen hier die beliebten Wellen.
(Bild: Rafael Marchante) Mehr...