Edelmetalle

Umfrage: In stürmischen Zeiten vertrauen Schweizer dem Gold

Konfrontiert mit Schuldenkrise, tiefen Zinsen und Ängsten vor Inflation erachten Schweizerinnen und Schweizer laut einer Umfrage Gold als die beste langfristige Geldanlage.

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Von 1000 befragten Deutsch- und Westschweizern sind 30 Prozent der Meinung, Gold werfe nach einer Laufzeit von mindestens drei Jahren am meisten Gewinn ab, wie der Edelmetallhändler Pro Aurum am Montag gestützt auf eine Umfrage von GfK Switzerland mitteilte.

Dahinter folgen Aktien mit 18 Prozent, Fondsanteile mit 13 Prozent und Obligationen mit 10 Prozent. Die Umfrage zeige eindeutig, dass Gold nach wie vor eine zentrale Rolle als «krisen- und inflationssichere Anlage» einnehme, erklärte Pro Aurum. Bei Aktien, Anleihen oder Zertifikaten schienen Investoren das Risiko eines Komplettausfalls zu befürchten.

Im ersten Quartal 2012 sei die Kundennachfrage bei Pro Aurum zwar noch zurückgegangen. Seit April nehme sie wieder spürbar zu und sei wieder so hoch wie in der zweiten Jahreshälfte 2011. Teils sei es bei Banken zu Versorgungsengpässen gekommen.

Pro Aurum habe den Online-Handel zwei Mal wegen Überlastung unterbrechen müssen, sagte Pro-Aurum-Geschäftsleiter Robert Hartmann vor den Medien in Zürich. Das Unternehmen wurde 2003 in München gegründet und zählt heute zu den grössten Edelmetallhändlern im deutschsprachigem Raum. Es verfügt auch über Niederlassungen in Zürich und Lugano.

Jeder Achte besitzt Gold

Gemäss der Umfrage besitzen inzwischen 13 Prozent der Schweizer Goldbarren oder Goldmünzen. Deutlich höher sind die Anteile aber bei den Anlagekategorien Kontokorrent (37 Prozent), Lebensversicherung (32 Prozent) und Immobilien (30 Prozent).

Auch Aktien (22 Prozent), Fondsanteile (21 Prozent) und Festgeld (14 Prozent) liegen noch vor Gold. In der Deutschschweiz ist der Anteil der Gold-Anleger (15 Prozent) fast doppelt so gross wie in der Romandie (8 Prozent).

Die Schweizer Kunden seien wegen der Euro-Krise gekommen, sagte der Geschäftsführer von Pro-Aurum-Schweiz, Rene Buchwalder. Selbst der Goldhändler warnt, auch bei Gold werde eine Preisblase kommen. Es habe aber noch keine Krise Gold als Wertaufbewahrungsmittel zerstören können. Gold werfe zwar keinen Zins ab, es eigne sich aber zum diversifizieren und schützen des Vermögens.

Der Goldpreis hat im vergangenen September einen Rekordstand von über 1900 Dollar pro Feinunze erreicht. Danach folgte eine Korrektur nach unten. Derzeit liegt der Preis mit knapp 1600 Dollar auf dem Stand von Anfang Jahr.

Erstellt: 09.07.2012, 16:00 Uhr

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