Mark Branson

Warum ihm die Dauerkritik kaum geschadet hat

Nach dem Rücktritt von Patrick Raaflaub übernimmt der Brite Mark Branson bis auf weiteres die Leitung der Finma. Er stand schon mehr als einmal im Kreuzfeuer der Kritik.

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Die Kritik an seinem Seitenwechsel ist ein steter Begleiter. Seit Anfang 2010 arbeitet Mark Branson für die Finanzmarktaufsicht (Finma) und leitet dort den Geschäftsbereich Banken. Ausgerechnet jenen Bereich also, in dem der Brite zuvor seit Anfang der 90er-Jahre tätig war, zuletzt in leitenden Positionen bei der UBS. So werde der Fuchs zum Wächter des Hühnerstalls gemacht, lautete ein Kommentar. SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer monierte in einem Vorstoss zudem die mangelnde Unabhängigkeit der Finma gegenüber den Banken.

So richtig ins Kreuzfeuer geriet Branson knapp drei Jahre später. Als die Finma die Rolle der UBS im Libor-Skandal untersuchte, musste er in den Ausstand treten. Der Grund: Branson war zwischen 2006 und 2008 Leiter von UBS Japan, genau in jener Zeit, als ein UBS-Händler die Manipulation des Libor-Zinssatzes von Japan aus gesteuert hatte.

«Als definitiver Nachfolger nicht in Frage»

Für die Linke war damit die Glaubwürdigkeit der Finma beschädigt, verschiedene Exponenten forderten Bransons Kopf. Selbst FDP-Präsident Philipp Müller schloss sich der Kritik an. Die SVP dagegen überliess die Beurteilung der Glaubwürdigkeit Bransons dem Verwaltungsrat der Finma.

Dieser kam zum Schluss, dass nichts gegen Branson vorliege. Die Finma habe keine Anzeichen, dass er irgendetwas von den Versuchen, den Libor zu manipulieren, gewusst habe. Mark Branson blieb fest im Sattel. Im vergangenen Mai ist er zum Stellvertreter von Direktor Patrick Raaflaub ernannt worden, da die bisherige Nummer 2, Urs Zulauf, die Finma verliess.

Sowohl von linker als auch von bürgerlicher Seite wird Branson für seine Arbeit gelobt. «Sein Ruf mag im Zug der Libor-Affäre gelitten haben. Aber er hat in Kommissionssitzungen einen sehr kompetenten Eindruck gemacht», sagt FDP-Nationalrat Ruedi Noser.

«Sehr glaubwürdig»

Dies bestätigt SP-Präsident Christian Levrat: «Im Zuge des US-Deals trat er mehrmals vor den Wirtschaftskommissionen des Parlaments auf. Dort wirkte er sehr glaubwürdig.» Dennoch stellt sich die Frage, ob der Ex-UBS-Mann mit dieser Vorgeschichte an die Spitze der Behörde rücken kann. «Mark Branson kommt wegen des Libor-Falls als definitiver Nachfolger für Raaflaub wohl nicht infrage», meint etwa SVP-Nationalrat und Finanzpolitiker Thomas Aeschi.

Erstellt: 16.01.2014, 07:12 Uhr

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