Wer ist die neue Foxconn?

iPhones wurden bisher ausschliesslich von der in negative Schlagzeilen geratenen Foxconn produziert. Damit ist nun Schluss. Der nächste Smartphone-Auftrag Apples geht an die Konkurrenz – einen bisher unbekannten Riesen.

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Es war eine lange und fast exklusive Zusammenarbeit zwischen Apple und Foxconn. Jahrelang durfte der taiwanesische Konzern sämtliche Produkte mit dem i im Namen herstellen. Mit diesem Monopol ist nun aber Schluss. Apple hat mit Pegatron eine strategische Partnerschaft abgeschlossen. Der taiwanesische Elektronikkonzern wird künftig die Version eines billigeren iPhones produzieren.

Über Pegatron ist bislang wenig bekannt. Die Firma, deren Name vom fliegenden Pferd Pegasus abgeleitet ist, wurde in westlichen Medienberichten bis anhin nur am Rande erwähnt. Einzig 2011 geriet Pegatron weltweit in die Schlagzeilen, weil es in einer Fabrik zu einer Staubexplosionen gekommen war. Der Unfall forderte Dutzende Verletzte. Seither war es aber ruhig um den Hersteller von Computerzubehör.

Im Dienste vieler Marken

Dabei ist Pegatron global gesehen kein unwichtiger Player. Zwar macht Pegatron im Gegensatz zum Rivalen Foxconn viel weniger Umsatz und beschäftigt auch rund zehnmal weniger Mitarbeiter. Doch ein Blick in die Kundenliste des Unternehmens zeigt, wie vernetzt und wichtig das Unternehmen international ist. Obwohl Apple bereits heute wichtigster Kunden ist, seit 2011 ist Pegatron für Apple aktiv und macht ein Drittel seines Umsatzes mit der Herstellung des iPad Mini, produziert Pegatron für sämtliche anderen bekannten Computermarken auf dieser Welt. Das sind Asus, Lenovo, HP, Fujitsu, Toshiba, Sony, Dell, Intel und Microsoft.

Pegatron ist ein eigenständiges Unternehmen, das früher eine Sparte von Asus war. 2008 teilte sich der Konzern in die drei rechtlich getrennten Unternehmen Asus, Pegatron und Unihan auf. Seither hat Pegatron einen enormen Ausbau hinter sich. Und das Wachstum nimmt rapide zu. Durch den Auftrag von Apple wird der Konzern laut Aussagen des Finanzchefs Charles Lin im nächsten halben Jahr 40 Prozent mehr Menschen beschäftigen. Bereits heute beschäftigt das Unternehmen in Taiwan rund 6000 Angestellte. In China gegen 90'000.

Hervorragendes Zulieferernetz

Trotz dieser Grösse zählt Pegatron noch immer zu den kleineren Herstellern im asiatischen Raum und kann im Gegensatz zu Foxconn weniger mit Volumenvorteilen kalkulieren. Pegatron überzeugte das Management von Apple aber mit günstigeren Konditionen. Denn anders als bei Foxconn liegt das Lohnniveau noch deutlich tiefer, weil der Konkurrent nach einer Reihe von Selbstmorden die Arbeitsbedingungen ausbaute und die Saläre massiv erhöhte.

Solche Schlagzeilen werden wohl Pegatron erspart bleiben. Der Konzern zählt als vorbildlich im Umgang mit seinem Personal. Seit geraumer Zeit investiert das Management in seine Mitarbeiter. So soll es bereits heute in zwei grossen Fabriken mittlerweile Standard sein, dass die Angestellten ihre Aufgaben abwechseln, um monotone Fliessbandarbeit zu verhindern. Auch soll das Unternehmen die Erholung der Angestellten mit Sportgeräten und Unterhaltungsangeboten fördern.

Und Apple dürfte sich noch wegen eines anderen Grundes für Pegatron entschieden haben. Wie ehemalige Apple-Manager der «New York Times» einst zu Protokoll gaben, zeichnet sich das Zulieferernetz von Pegatron dadurch aus, Kapazitäten rasch hoch- und runterfahren zu können. Die Geschwindigkeit und Flexibilität soll angeblich atemberaubend sein. Keine amerikanische Fabrik könne sich damit messen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2013, 17:11 Uhr

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