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Aufseher wollen Grossbanken enge Fesseln anlegen

London Die internationalen Bankenaufseher kommen schärferen Eigenkapitalregeln für die weltweit wichtigsten Grossbanken näher.

Sie wollen den rund 30 Instituten enge Fesseln in Form höherer Kapitalanforderungen anlegen, um sie von riskanten Geschäften abzuhalten. Zur Gruppe dieser «systemrelevanten Banken» gehören auch die UBS und die Credit Suisse. Kreisen zufolge wird über die Systemrelevanz einzelner Institute und damit über die Höhe der Zuschläge aber noch gefeilscht. «Alles ist im Fluss», sagte ein hochrangiger Bankenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Geschäftsleitungsmitglied der deutschen Bundesbank, Andreas Dombret, sagte auf einer Konferenz am Freitag: «Ich rechne damit, dass die Höhe der zusätzlichen Kapitalanforderung aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwo zwischen zwei und drei Prozent liegen wird.» Der Aufschlag auf die künftig für alle Banken geltende Mindest- Kapitalquote von sieben Prozent nach «Basel III» sei als «Preisschild» dafür zu verstehen, dass die sogenannten «SiFis» praktisch nicht zugrunde gehen könnten, weil sie wegen ihrer Bedeutung immer vom Staat aufgefangen würden. Endgültige Entscheidungen über den Umgang mit den etwa 25 bis 30 grössten, vernetztesten oder anderweitig für das System wichtigen Häuser seien aber noch nicht gefallen, sagte Dombret. Die Aufseher im Finanzstabilitätsrat (FSB) arbeiten noch an der Liste der SiFis. Sie soll am 18. Juli vorgelegt werden. Das letzte Wort haben im November die Politiker der G20-Staaten. Verschiedene Abstufungen In den vergangenen Monaten hatte sich bereits abgezeichnet, dass die Aufseher innerhalb der SiFis noch einmal Abstufungen vornehmen wollen. «Es dürfte auf ein bis drei Prozent in sechs Stufen hinauslaufen, abhängig vom Grad der Systemrelevanz», sagte ein Bankenvertreter. Oberhalb davon soll Kreisen zufolge eine Stufe mit einem Kapitalzuschlag von bis zu 3,5 Prozent eingeführt werden - sie dient als Drohkulisse, um die Institute davon abzuhalten, noch grösser zu werden und hohe Risiken einzugehen. Umstritten sei aber noch, ob reine Investmentbanken als weniger systemgefährdend angesehen werden sollten als Universalbanken, die gleichzeitig ein grosses Einlagengeschäft betreiben, sagte ein anderer Banker. UBS und CS nicht in Spitzengruppe Einem Bericht der «Financial Times» zufolge finden sich unter den Banken mit den höchsten Zuschlägen mehr aus der zweiten Kategorie: Citigroup, JPMorgan und Bank of America aus den USA sowie Deutsche Bank, HSBC, BNP Paribas, RBS und Barclays aus Europa. Für Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS) hielten die Aufseher zwei Prozent für ausreichend. Verhandlungsteilnehmer aus Japan und Frankreich kämpften aber noch darum, ihre Institute aus den höchsten Stufen herauszuhalten, hiess es in dem Bericht. Viele der grossen Banken halten bereits Kernkapitalquoten von zehn Prozent und mehr vor. In der Schweiz sollen die beiden Grossbanken nach dem Willen des Bundesrats ihre risikogewichteten Aktiven künftig mit gesamthaft bis zu 19 Prozent Eigenkapital unterlegen. Zehn Prozent davon sollen sie in «hartem» Eigenkapital halten, das heisst etwa in einbezahltem Eigenkapital oder in Gewinnvorträgen. Die restlichen 9 Prozent sollen die Banken über Wandelkapital aufbauen dürfen. Solche Pflichtwandelanleihen oder CoCo-Bonds gelten als Fremdkapital. Im Krisenfall müssten sie in Eigenkapital umgewandelt werden.

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