Bayer plant Milliarden für Glyphosat-Alternativen ein

Der Konzern sieht sich in den USA mit tausenden Klägern wegen des Unkrautvernichters konfrontiert. Nun passt er seine Strategie leicht an.

Bayer im Giftgewitter: Die Glyphosat-Klagewelle schwappte zuletzt auch auf Australien über.

Bayer im Giftgewitter: Die Glyphosat-Klagewelle schwappte zuletzt auch auf Australien über. Bild: Keystone

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Bayer hält an der Produktion des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat fest, will aber zugleich Milliarden in die Entwicklung von Alternativen investieren. «Glyphosat wird weiterhin eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und in der Produktpalette von Bayer spielen», erklärte das Unternehmen am Freitag.

Gleichzeitig seien in den kommenden zehn Jahren Investitionen von rund fünf Milliarden Euro in zusätzliche Methoden zur Unkrautbekämpfung geplant. Bayer setze sich zudem höhere Massstäbe für «Transparenz, Nachhaltigkeit und den Umgang mit allen Interessensgruppen», hiess es weiter. «Die Massnahmen gehen auf Bedenken ein, die Bayer im Jahr nach der Akquisition von Monsanto erreicht haben.»

In den USA sieht sich Bayer mit etwa 13.400 Klägern wegen des von Monsanto entwickelten Unkrautvernichters konfrontiert. Zuletzt wurde der Konzern Mitte Mai zu mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz an ein krebskrankes Ehepaar verurteilt. In zwei vorherigen Fällen wurden den Klägern Schadenersatzzahlungen von insgesamt knapp 160 Millionen Dollar zugesprochen. Bayer hat wiederholt auf zahlreiche Studien verwiesen, die Glyphosat als nicht gesundheitsschädigend einstufen. Der Konzern hat Berufung gegen die Klagen eingelegt oder angekündigt, viele Experten gehen aber letztlich von einem teuren Vergleich aus. Die Klagewelle erreichte zuletzt auch Australien. (red/sda)

Erstellt: 14.06.2019, 10:09 Uhr

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