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Bedeutende Buchhaltungsfehler beim Börsenneuling Weatherford

Das Erdölservice-Unternehmen Weatherford hat für die vergangenen vier Jahre bedeutende Buchhaltungsfehler entdeckt und verschiebt deshalb die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2010.

Der Korrekturbedarf beläuft sich auf rund eine halbe Milliarde Dollar. Es handle sich um eine «massgebliche Schwäche» bei der Finanzberichterstattung über Einkommenssteuern, teilte das seit Mitte November an der Schweizer Börse SIX kotierte Unternehmen am Mittwoch mit. Die Aktionäre könnten sich auch nicht auf die bisher veröffentlichten Finanzberichte verlassen. Die nötigen Anpassungen für die Jahre 2007 bis 2010 betrügen je 100 bis 150 Millionen Dollar. Von der Gesamtsumme von rund 500 Millionen Dollar seien 460 Millionen Dollar auf Fehler in der Ermittlung der steuerlichen Konsequenzen konzerninterner Gelder über mehrere Jahre hinweg zurückzuführen. Dies habe jedoch keine Auswirkungen auf den in der Rechnungslegung erfassten operativen Cashflow, erklärte das Unternehmen. Auch müssten Anpassungen bei der Verbuchung immaterieller Güter vorgenommen werden. Diese sollen den Reingewinn in den Jahren 2007 bis 2010 in der Summe um rund 20 Millionen Dollar belasten. Die angepasste Rechnungslegung soll gemäss der gesetzlichen Vorschriften in den USA innerhalb von 15 Tagen vorliegen, erklärte das Unternehmen. Aktie verliert kräftig Die Aktie von Weatherford tauchte zu Handelsbeginn um 6,7 Prozent auf 20.90 Franken. Nach den ersten 30 Handelsminuten betrug der Abschlag 9,2 Prozent. Der Titel gilt als Kandidat für die Aufnahme in den Schwergewichte-Index SMI. Weatherford blieb auch an der New Yorker Börse NYSE sowie an der NYSE Euronext in Paris kotiert. Belastet wird Weatherford auch von den politischen Umwälzungen im arabischen Raum. Vor allem die Aufstände in Tunesien, Ägypten und Libyen, aber auch die Unruhen in Jemen und Bahrain, hätten zur teilweisen Arbeitsniederlegung und der Evakuation von Personal geführt, teilte das Unternehmen weiter mit. Der im Januar für 2011 genannte Ausblick könne aber noch aufrecht erhalten werden, da in diesen Ländern nur etwa 3 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt würden. Allein in Libyen seien aber im Falle anhaltender Kämpfe immaterielle Güter im Wert von 141 Millionen Dollar gefährdet, heisst es weiter. Das Unternehmen, das 2009 mit über 53'000 Angestellten einen Jahresumsatz von 8,8 Milliarden Dollar erzielte, hat seinen Sitz in den Kanton Zug verlegt. Der operative Sitz befindet sich im US- amerikanischen Houston.

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