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Bei Krisen muss Geldpolitik laut SNB-Chef Jordan koordiniert werden

Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), plädiert für ein koordiniertes Vorgehen der Notenbanken in Krisenzeiten.

Diese Koordination dürfe aber nicht die Autonomie der Notenbanken schwächen, sagte er am Montag bei einem privaten Anlass in Zürich. Das Miteinander-Reden der Notenbanker sei zu Zeiten globaler Krisen unvermeidlich, damit die autonomen Massnahmen der Zentralbanken einander stützen und ihre Wirksamkeit verstärken könnten. Als Beispiel nannte Jordan die gemeinsame Aktion verschiedener Notenbanken drei Wochen nach dem Konkurs der US- Grossbank Lehman Brothers im Jahr 2008. Damals senkten die Europäische Zentralbank (EZB), die US- Notenbank Fed sowie die Zentralbanken von Kanada, Grossbritannien, Schweden und der Schweiz gleichzeitig ihre Leitzinsen. Die Aktion habe damals die Tatsache widerspiegelt, dass Schockwellen gleichzeitig und sehr stark unterschiedliche Märkte in aller Welt erfassten. Ungeachtet dessen, dass solche Absprachen oft nützlich und auch notwendig seien, habe sich in der Vergangenheit aber eine autonome, auf den eigenen Währungsraum ausgerichtete Geldpolitik als vorteilhaft erwiesen. Zudem seien ja die Prioritäten der Notenbanken je nach Volkswirtschaft unterschiedlich. In den USA etwa gälten die Ziele Inflationsbekämpfung und Vollbeschäftigung, in der EU liege der Schwerpunkt auf der Preisstabilität, in der Schweiz auf Preisstabilität unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung. Die Notenbanken müssten miteinander reden. Neben dem Austausch auf wissenschaftlicher Ebene gebe es bei einer akuten Bedrohung der internationalen Finanzmärkte Bedarf für Zusammenarbeit - seit der Finanzkrise 2008 gleich mehrmals. Im Herbst 2008 etwa seien die Interbankenmärkte eingefroren. Hier mussten die Notenbanken eingreifen und wieder für Liquidität sorgen. Weltweit abgestimmte und unmissverständliche Signale seien bei globalen makroökonomischen Schocks psychologisch wichtig, obwohl die geldpolitischen Entscheide im Normalfall autonom getroffen würden, erklärte Jordan. Die zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Zentralbanken als Ergänzung der autonomen Geldpolitik könne wesentlich dazu beitragen, dass eine Volkswirtschaft besser durch eine globale Krise komme.

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