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Belgische Spekulationen über Gelder auf Schweizer Banken‎

Etwa 36 Milliarden Franken haben Belgierinnen und Belgier auf Schweizer Banken deponiert. Um den Missmut Belgiens zu dämpfen, drängt die Schweiz auf ein Steuerabkommen – doch das Land zeigt sich störrisch.

Sind sich noch nicht einig: Bundesrat und Leiter des Aussendepartements Didier Burkhalter und sein belgischer Amtskollege Didier Reynders. (Archivbild)
Sind sich noch nicht einig: Bundesrat und Leiter des Aussendepartements Didier Burkhalter und sein belgischer Amtskollege Didier Reynders. (Archivbild)
Keystone

Auch Belgien gehört zu den Ländern, die mit der Schweiz um unversteuerte Gelder streitet. Nicht ohne Grund: Offenbar liegen etwa 36 Milliarden Franken aus Belgien auf Schweizer Konten. Diese Summe nennt die belgische Zeitung «De Morgen» unter Berufung auf einen Schweizer Vorschlag für ein Steuerabkommen mit Belgien.

Die Schweiz schlage Belgien vor, die Gelder unter Beibehaltung der Anonymität mit 34 Prozent zu besteuern, im Rahmen eines entsprechenden Steuerabkommens. Laut «zuverlässigen Quellen» lehne Belgien den Vorschlag aber bisher ab, berichtet die flämische Zeitung weiter.

Mario Tuor, Sprecher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen , erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass die in der Zeitung genannten Zahlen nicht von offizieller Schweizer Seite stammen können, da weder die Schweizer Nationalbank noch das Eidgenössische Finanzdepartement über solche länderspezifischen Angaben verfügten.

Noch keine Verhandlungen

Mit Belgien seien «Gespräche über die Schweizer Quellensteuerabkommen» geführt worden, wie mit etlichen anderen Ländern auch, sagte Tuor weiter. Es fänden aber noch «keine konkreten Gespräche oder Verhandlungen über ein Abkommen Schweiz- Belgien» statt.

«De Morgen» schreibt, dass dem belgischen Staat durch ein Steuerabkommen mit der Schweiz 10 Milliarden Euro zufliessen würden. «Eine enorme Summe» in schwierigen Budget-Zeiten, wie ein Experte gegenüber der Zeitung erklärt.

Für die Zukunft würde die Schweiz dann eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf belgischen Vermögen auf Schweizer Banken erheben. Die belgische Regierung zieht aber den automatischen Informationsaustausch vor. Belgien hat sein Bankgeheimnis 2010 aufgegeben.

Reynders: Nur Übergangslösung

Der langjährige belgische Finanzminister und jetzige Aussenminister Didier Reynders, der Anfang Woche in der Schweiz weilte, könnte sich zwar eine Debatte über den Schweizer Vorschlag im «Parlament oder im Finanzministerium» vorstellen: «So kann sich jeder eine Idee darüber machen.»

Bei seinem Besuch in der Schweiz hatte Reynders im Westschweizer Radio aber auch erklärt, dass eine Abgeltungssteuer nur eine «Übergangslösung» darstellen könne, um «die Vergangenheit zu regeln». Für die Zukunft komme nur ein automatischer Informationsaustausch in Frage.

SDA/ses

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