Bericht: UBS in Malaysia-Skandal involviert

Die grösste Schweizer Bank soll in die Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds verwickelt sein. Es geht um Milliardenbeträge.

Gewaltige Korruptionsaffäre: Die Schweiz spielt im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB eine wichtige Rolle.

Gewaltige Korruptionsaffäre: Die Schweiz spielt im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB eine wichtige Rolle. Bild: Olivia Harris/Reuters

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Die UBS taucht in heiklen Dokumenten zum Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB auf. Über Konten der Grossbank sollen Gelder in Milliardenhöhe geflossen sein, schreibt der malaysische Blog «Sarawak Report». Die UBS kommentiert den Bericht nicht.

Der «Sarawak Report» untermauert seine Artikel oftmals mit Dokumenten aus offiziellen Untersuchungen. Diesmal sind es Akten, die von 1MDB-Managern an die malaysische Staatsanwaltschaft übergeben wurden. Sie sollen belegen, dass Zahlungen in der Höhe von rund 2 Milliarden Dollar von 1MDB auf ein Singapurer UBS-Konto einer Scheinfirma aus dem Umfeld des malaysischen Premierministers Najib Razak gelangt seien. Der «Sarawak Report» wirft der Grossbank daher vor, dass ihre Compliance-Prozesse versagt hätten.

Es scheine sogar so, als wäre ein grosser Anteil an den verschwundenen 1MDB-Milliarden über die UBS in Singapur abgeflossen. Ganz so sicher scheint sich der Onlineblog aber nicht zu sein. Er weist nämlich auch darauf hin, dass die Dokumente gefälscht sein können.

Bank BSI hart bestraft

Trifft der Verdacht zu, ist es ein weiterer Hinweis, dass der Staatsfonds nicht seinem eigentlichen Zweck entsprach. Er wurde nämlich gegründet, um den lokalen Finanzplatz zu stärken. Der Fonds diente aber wohl der politischen Elite des Landes zur Bereicherung. Seit Monaten tauchen immer wieder neue Details zur Affäre auf. Und immer wieder spielt der Schweizer Finanzplatz dabei eine zentrale Rolle.

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat vor wenigen Wochen hart gegen die Tessiner Bank BSI durchgegriffen. Das Institut war besonders stark in den 1MDB-Skandal involviert. Es wurde von der Aufsichtsbehörde daher faktisch geschlossen. Zudem wurden Gewinne im Umfang von 95 Millionen Franken eingezogen. In Singapur verlor die Bank die Lizenz, und sie musste ebenfalls eine Busse bezahlen.

Den Finma-Entscheid lässt die Bank nicht auf sich sitzen. BSI hat kürzlich bekannt gegeben, dass sie gegen die Finma-Verfügung Beschwerde erhebt. Sie habe im 1MDB-Fall über Jahre mit der Finma kooperiert und erachte die Massnahmen gegen sie daher als unverhältnismässig und rufschädigend. Das harte Vorgehen der Behörden in der Schweiz und Malaysia lässt jedenfalls auch für die UBS Böses erahnen. Denn auch wenn die Bank mit den Behörden zusammengearbeitet haben sollte, könnte ihr eine Strafe drohen.

Weitere Banken involviert

Die «SonntagsZeitung» hat vor einigen Wochen berichtet, dass es bereits Hinweise auf Verbindungen der UBS zum Korruptionsskandal gab. So wurden in zwei Strafanzeigen des Basler Bruno-Manser-Fonds die Bank Coutts und JP Morgan Schweiz als Beschuldigte genannt. Der Fonds setzt sich nicht nur für den Regenwald ein, sondern engagiert sich auch gegen Korruption. In einem ergänzenden Brief gab der Bruno-Manser-Fonds den Ermittlern weitere Angaben zu 14 Bankverbindungen, über die 1MDB-Gelder geflossen sein sollen. Darin wurden neben der Bank BSI auch die UBS und die Credit Suisse genannt.

Laut der Finma wurden neben der BSI gegen vier weitere Banken im Zusammenhang mit 1MDB Untersuchungen eingeleitet. Dabei gehe es um die Frage, wie die Bestimmungen des schweizerischen Aufsichtsrechts, namentlich zur Geldwäschereibekämpfung, umgesetzt wurden. Oft genannt werden im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal die Zürcher Falcon Private Bank und die Luxemburger Niederlassung der Banque Edmond de Rothschild.

Erstellt: 12.07.2016, 12:54 Uhr

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