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Bico-Zwillinge als Botschafter des gesunden Schlafs 150 Jahre Bico AG in Schänis SG Von Nathalie Grand, SDA Hintergrund

Neun von zehn Deutschschweizern sind Bico- Matratzen ein Begriff.

Daran ist die Werbekampagne mit den schrulligen Zwillingen, die fast 20 Jahre am Fernsehen lief, nicht ganz unschuldig. Der Bettenhersteller in Schänis feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Als 1861 Meinrad Birchler mit der Verarbeitung von Füllfasern für die Sattler- und Polsterwerkstätten begann, hätte er sich wohl kaum träumen lassen, dass ein Unternehmen von nationaler Bedeutung und eine der stärksten Schweizer Marken daraus entstehen würde. In Reichenburg SZ errichtete Birchler eine Fabrik zur Herstellung von Polsterwatte mittels Wasserkraft auf zwei Maschinen. Dank raschem Erfolg erweiterte er das Angebot bald auf Matratzenwolle sowie geleimte und ungeleimte Baumwollwatte. Rückschlag und Neuanfang 1907 dann ein Rückschlag: Die Fabrik wurde bei einer Brandstiftung zerstört und musste vollständig wieder aufgebaut werden. In den 1950er-Jahren zwang der Umbruch in der Branche Bico zum Umdenken. Die Bettwaren- und Möbelgeschäfte kauften zunehmend fertige Matratzen. Die Firma musste auf Massenfertigung umschwenken. Hundert Jahre nach der Gründung des Unternehmens wurden die ersten Matratzen in einem kleinen Atelier in Reichenburg hergestellt. Zehn Matratzen verliessen pro Tag das Nähatelier - eine Zahl, die angesichts des heutigen Outputs von 600 bis 800 Matratzen bescheiden klingt. 1972 zog die Matratzenfertigung einige Dörfer weiter nach Schänis in die moderne Produktionsstätte, in der noch heute gearbeitet wird. Damit erschlossen sich in der Matratzenherstellung völlig neue Perspektiven. Die Produktionskapazität wurde auf einen Schlag vervielfacht. Marke des Vertrauens «Für ä tüüfä gsundä Schlaaf» - diesen Slogan verbinden viele Schweizerinnen und Schweizer mit dem Matratzenhersteller Bico. Die Zeitschrift «Reader's Digest» befragte kürzlich 1700 Konsumenten zur Marke ihres Vertrauens. Mit 55 Prozent aller Nennungen war Bico die meistgenannte Matratze und ist damit «Most Trusted Brand» unter den Schweizer Bettenherstellern. Die Familie Birchler setzte schon früh auf Fernsehwerbung. 1973 drehte der Werber Hans Dubach den ersten Spot mit den Zwillingen Martin und Bruno Müller. Von 1973 bis 1991 flimmerten etliche weitere Filmchen über die Fernsehschirme. Die Zwillinge trugen die authentische Botschaft ins Schlafzimmer von Herr und Frau Schweizer: Mit dem Schlafsystem von Bico schläft es sich besser. «Swissmade» Dank intensiver Zusammenarbeit mit Schlafforschern, der Empa oder dem Zürcher Zentrum für Ergonomie und Hygiene ist die Bico AG ihrer Zeit immer einen Schritt voraus. Anstelle von Metallfederelementen wurde ermüdungsfreier Kunststoff eingeführt, man kümmerte sich vor der Konkurrenz um Bettklima und Hygiene und entwickelte Bezüge und Produkte für Allergiker. Bico macht im Jahr 80 Millionen Franken Umsatz mit Matratzen und Einlegerahmen, ihr Marktanteil beträgt rund 30 Prozent. Einziger Wermutstropfen: das Traditionsunternehmen mit 150 Mitarbeitenden ist nicht mehr in Schweizer Hand. Seit 2001 gehört Bico zur schwedischen Hilding Anders Gruppe. Der Heimmarkt liegt aber weiterhin hoch im Kurs: Nicht weniger als 90 Prozent des Umsatzes werden im Inland erwirtschaftet. Das Attribut «swissmade» sei für die Schweizer Konsumenten äusserst wichtig, erklärt Martin Frutig, seit zehn Jahren Geschäftsführer von Bico.

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