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Bitcoin ist der digitale Kettenbrief

Warum die Kryptowährung als Geld ein Nischenprodukt bleibt.

Bitcoin wurde vergangene ­Woche elf Jahre alt. Gratulanten feiern die Kryptowährung, die unsere Finanztechnologie, das Geldwesen und unser Verhältnis zu Geld grundlegend verändert habe. Tatsächlich hat der Marktwert aller Bitcoins in nur elf Jahren beachtliche 160 Milliarden Dollar erreicht. Trotzdem ist die Euphorie weg. Bitcoins sollten die Macht der Zentralbanken ­brechen und das Geldsystem ­demokratischer machen. Sie ­sollten Menschen ohne Bank-­konto eine sichere Wertaufbewahrung bieten und günstig und schnell grenzüberschreitende Überweisungen ermöglichen, ­indem sie die Banken als Zwischenhändler ausschalten. Algorithmen sollten das Vertrauen in Institutionen ersetzen.

Lange Zeit haben wir geglaubt, Bitcoin könnte eine Lösung für die Probleme des bestehenden Geldsystems darstellen. So auch der kanadische Finanzökonom und Blogger J.P. Koning. Doch heute zum Jubiläum zeichnet er ein anderes, realistischeres Bild der Kryptowährung. Bitcoin sei ein neues Wettsystem, eine digitale, sichere und fairere Version des guten alten Kettenbriefs. Das trifft es gut. Man muss daran glauben, dass man immer jemanden findet, der einen höheren Preis zahlen wird. Der Kettenbrief konnte noch manipuliert werden, indem man seinen Namen an die Spitze der Liste mogelte. Dank Blockchain geht das bei Bitcoin nicht. Zudem bleibt Bitcoin von staatlicher Regulierung verschont, die andere Wettspiele wie Poker oder Lotterien einschränkt.

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