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SMI widersetzt sich neuem Börsensturz in China

Nach den schweren Kurseinbrüchen der vergangenen Woche sind die chinesischen Aktienkurse noch tiefer in den Keller gerutscht.

Weltweite Verunsicherung: Ein Aktienhändler betrachtet fallende Kurse im pakistanischen Karachi. (11. Januar 2016)
Weltweite Verunsicherung: Ein Aktienhändler betrachtet fallende Kurse im pakistanischen Karachi. (11. Januar 2016)
Keystone

Die Sorgen um den Zustand der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt, die Schwäche der chinesischen Währung und wachsende Probleme der börsennotierten Unternehmen liessen viele Anleger auch heute wieder in Panik verfallen. Auch die Bemühungen der Zentralbank, die Währung zu stützen, konnten Investoren nicht besänftigen.

Der Shanghai Composite Index sackte um 5,33 Prozent ab, während der Shenzhen Component Index sogar 6,12 Prozent verlor. Der ChiNext Index für Technologiewerte, der dem amerikanischen Nasdaq ähnelt, lag mit 6,34 Prozent im Minus. Trotz massiver staatlicher Interventionen dauert der schwere Kursrückgang seit vergangener Woche, als der Index in Shanghai in fünf Tagen schon fast zehn Prozent verlor, an.

Der Börseneinbruch im Reich der Mitte zog die Aktienmärkte in der letzten Woche weltweit ins Minus. Die Sorgen um China und fallende Ölpreise veranlassten Anleger an den asiatischen Märkten auch am Montag dazu, Papiere in grossem Umfang abzustossen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor 2,76 Prozent. Die Börse in Japan blieb am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Zunächst eröffneten auch die europäischen Börsen mit Abgaben. In der Schweiz startete der SMI mit einem Minus von 0,4 Prozent. Danach erholten sich die Kurse jedoch. Um 13 Uhr notierte der Schweizer Leitindex mit 0,1 Prozent leicht im Plus. Andere europäische Börsen boten ein ähnliches Bild. In Londen stand der FTSE 100 ebenfalls 0,1 Prozent im Plus, der deutsche Dax und der französische CAC 40 legten je rund 0,5 Prozent zu.

Kein Vertrauen

«Die Investoren haben weiterhin ganz offensichtlich kein Vertrauen in die asiatischen Märkte und bleiben pessimistisch», sagte der Analyst Craig Erlam. Der 46. monatliche Rückgang der Erzeugerpreise in China verstärkte die pessimistische Stimmung. Selbst die weiteren Anzeichen einer Stabilisierung der chinesischen Währung Yuan schienen keinen positiven Effekt auf die Marktteilnehmer zu haben, erklärte Erlam.

Nachdem der Yuan acht Tage in Folge abgewertet worden war und damit Sorgen über einen Währungs- und Handelskrieg ausgelöst wurden, hatte Chinas Regierung die Währung am Freitag erstmals wieder minimal aufgewertet. Der Referenzkurs wurde am Montag stabil gehalten.

Der chinesische CSI-300-Index, der die Entwicklung der 300 grössten Aktienwerte der Börsen in Shanghai und Shenzhen abbildet, büsste weitere 5,03 Prozent auf 3192,45 Punkte ein. In der vergangenen Woche war er um knapp 10 Prozent eingebrochen, was den schlechtesten Januar-Start in seiner elfjährigen Geschichte bedeutete.

Panik

«Der Markt geht insgesamt nach unten», sagte die unabhängige chinesische Analystin Ye Tan der Deutschen Presse-Agentur in Peking. «Der Grund ist einfach Panik - keine bestimmte Nachricht oder Politik.» Es sei ein schwacher Markt, der ungeachtet der staatlichen Interventionen weiter zurückgehen werde. «Die Rettungsversuche der Regierung werden nicht helfen.» Allerdings könne die Koordinierung verbessert werden, sagte Ye Tan auch mit Blick auf die unglücklichen Regulierungsversuche in der vergangenen Woche.

So hatte der neue Schutzmechanismus für den Handel, den Chinas Regierung erst Anfang des Jahres eingeführt hatte, gleich zweimal gegriffen - und war vier Tage nach seinem Start wieder abgeschafft worden. Der Mechanismus hatte dafür gesorgt, dass der Handel für den Rest des Tages beendet wurde, nachdem der CSI 300 um 7 Prozent abgerutscht war. Statt aber die Anleger zu beruhigen, hatte die Notbremse letztlich eine Abwärtsspirale ausgelöst.

«Der Schutzmechanismus war nicht der eigentliche Grund für die Panik», sagte Ye Tan. «Die zugrundeliegenden Ursachen sind der Zustand der Wirtschaft selber, die schlechte Leistung der Aktienunternehmen sowie der Kursrückgang des Yuan.» Der Schutzmechanismus habe den Trend nur verstärkt.

Unter den Einzelwerten in China fielen zahlreiche Aktien um mehr als 10 Prozent und wurden dann vom Handel ausgesetzt. Vor allem Papiere von Brokerhäusern wie etwa Industrial Securities waren betroffen.

(SDA)

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