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BRICS-Staaten für Reform des Weltfinanzsystems

Sanya Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben sich bei einem Treffen für eine Reform des Weltfinanzsystems ausgesprochen.

Sie fordern auch entschiedenere Massnahmen im Kampf gegen Finanzkrisen. Dabei sollten auch verstärkt die so genannten Sonderziehungsrechte genutzt werden, eine Ende der 1960er-Jahre vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geschaffene Währungseinheit, hiess es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung zum Abschluss der eintägigen Beratungen in der südchinesischen Stadt Sanya. Die fünf Länder, die nach den Initialen ihrer Ländernamen als BRICS-Staaten bezeichnet werden, forderten auch ein grösseres Mitspracherecht bei der Regelung des Weltfinanzsystems. Sie liessen dabei erkennen, dass die BRICS-Staaten der Ansicht sind, dass das gegenwärtige System nicht länger ihren Interessen gerecht wird. Die letzte Finanzkrise habe die Defizite des gegenwärtigen Finanz- und Währungssystems gezeigt, hiess es. Die Strukturen der Organisationen dieses Systems sollten die Veränderungen in der Weltwirtschaft widerspiegeln, forderten die BRICS-Staaten. Entwicklungs- und Schwellenländer sollten stärker in ihnen vertreten sein. Die Reform des Finanzsystems sollte in Koordination mit den G20 erfolgen, der Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsnationen. Schweigen zum Yuan Die Staaten riefen auch dazu auf, die stärkere Nutzung der Sonderziehungsrechte (SDR) zu prüfen, die auch schon als Alternative zum Dollar als internationaler Leitwährung vorgeschlagen wurden. Auf die Frage, ob auch der chinesische Yuan in den Korb der Währungen aufgenommen werden sollte, die die Grundlage der SDR bilden, gingen die BRICS-Staaten aber nicht ein. Derzeit bestimmen Dollar, Euro, Yen und Pfund den Wechselkurs der SDR. Diese Sonderziehungsrechte sind eine Art Reservewährung und Liquiditätshilfe, die von den Mitgliedsländern genutzt werden kann. Die BRICS-Staaten sind noch eine relativ junge Gruppe, die aber in Zukunft grosse Bedeutung haben könnte. Denn mit Südafrika stehen die BRICS-Staaten für 40 Prozent der Weltbevölkerung, 18 Prozent des Welthandels und rund 45 Prozent des gegenwärtigen Wachstums. Das Treffen in der Stadt Sanya war erst das dritte der Gruppe.

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