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Britische Regierung will strenge Anforderungen für die Banken

London Die britischen Banken sollen künftig ebenso strenge Eigenkapitalanforderungen erfüllen, wie sie die Schweiz plant.

Finanzminister George Osborne stellte sich am Montag hinter die Empfehlungen einer von der Regierung beauftragten Expertenkommission. Diese sehen vor, dass die britischen Geldinstitute ihr inländisches Privatkundengeschäft künftig mit mindestens zehn Prozent hartem Kernkapital (Grundkapital und Gewinnrücklagen) unterlegen. Insgesamt sollen sie 17 bis 20 Prozent Eigenkapital vorhalten, mit dem Verluste aufgefangen werden können. Ähnlich hohe Anforderungen an Banken plant bisher nur die Schweiz. Gemäss dem Vorschlag, dem der Ständerat in der Sommersession zugestimmt hat, sollen die systemrelevanten Grossbanken ihre risikogewichteten Aktiven künftig mit bis zu 19 Prozent Eigenkapital unterlegen, wovon zehn Prozent hartes Kernkapital sein soll. Die britische Expertenkommission um den ehemaligen Notenbanker John Vickers schlägt in ihrem Abschlussbericht zudem einen «Schutzschild» um die Spareinlagen vor, um das Privatkundengeschäft vom riskanteren Investmentbanking abzuschirmen. Die Banken sollen bis 2019 Zeit haben, die geforderten Kapitalpuffer aufzubauen. Nach Schätzungen der Kommission werden die neuen Regeln die Branche im Jahr vier bis sieben Milliarden Pfund (5,6 bis 9,8 Milliarden Fr.) vor Steuern kosten. Finanzminister Osborne erklärte, das vorgeschlagene Massnahmenpaket stütze die Konjunktur, ohne die Steuerzahler zu belasten. Zunächst gehe es nun darum, die erforderlichen Gesetze durch das Parlament zu bekommen. Die britische Handelskammer und der britische Bankenverband äusserten sich in ersten Stellungnahmen kritisch zu den Vorschlägen. Die britische Finanzwirtschaft, die zehn Prozent der britischen Wirtschaftsleistung ausmacht, war von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 schwer gebeutelt worden. Mit der Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds hatten zwei der vier britischen Grossbanken von der öffentlichen Hand gerettet werden müssen. Der britische Staat sitzt noch immer auf 83 Prozent der Anteile an der RBS und auf 41 Prozent an Lloyds.

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