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British Airways holt sich Streikbrecher aus Katar

Weil die Crews der Briten die Arbeit niederlegen, fliegen nun Jets von Qatar Airways auf einigen Strecken – auch in die Schweiz. Nicht alle Kunden freut das.

Crew von Qatar: Derzeit sind viele Qatar-Leute für British Airways unterwegs.
Crew von Qatar: Derzeit sind viele Qatar-Leute für British Airways unterwegs.
NYEIN CHAN NAING, Keystone

Wer dieser Tage mit British Airways von Zürich nach London fliegt, könnte spätestens beim Einsteigen eine Überraschung erleben: Statt in einen Flieger der britischen Fluggesellschaft dürften einige Passagiere in einen von Qatar Airways steigen. Der Grund: British Airways hat bei der katarischen Fluggesellschaft neun Mittelstreckenflieger vom Typ A320 inklusive Crews geleast, weil die eigenen Flugbegleiter streiken.

Noch bis zum 16. Juli legen die Mitarbeiter von British Airways' sogenannter Mixed Fleet die Arbeit nieder. Das sind alle Angestellten, die nach 2010 bei British Airways in der Kabine anfingen. Ihre Verträge zeichnen sich durch tiefere Löhne und schlechtere Bedingungen aus. Dafür können sie aber auch schneller neben Kurz- auch Langstrecken fliegen. Sie protestieren gegen ihre tiefen Löhne. Die Flugbegleiter mit neuen Verträgen machen inzwischen rund ein Drittel des Kabinenpersonals aus.

Flieger und Crews von Qatar statt von British

Damit wegen des Streiks keine Flüge ausfallen, nutzt British Airways Flieger und Personal von Qatar Airways. British und Qatar arbeiten bereits in anderen Bereichen zusammen und unterhalten zum Beispiel auf Flügen nach Doha ein Joint Venture – eine Geschäftspartnerschaft, in der sie sich Einnahmen gewisser Strecken teilen. Qatar Airways hält ausserdem rund 20 Prozent an British Airways' Muttergesellschaft IAG.

Die Fluggesellschaft aus Doha kann auf die Flugzeuge derzeit verzichten. Sie hat aufgrund der diplomatischen Krise am Golf mit Überflugsverboten der Nachbarländer zu kämpfen. Sie kann daher selbst einen Grossteil ihrer eigenen Kurz- und Mittelstrecken gar nicht anbieten.

Upgrade für die Kunden

Für Kunden von British Airways bedeutet der Deal ein Upgrade, denn: Die Kabine der Qatar-Flieger ist deutlich komfortabler als die der britischen Fluggesellschaft. Sie bietet in der Economyclass einen grösseren Sitzabstand und ein Gratis-Unterhaltungssystem an jedem Platz. In der Businessclass sind die Sitze vergleichbar mit denen in vielen Langstreckenfliegern und lassen sich in ein Bett verwandeln. Zudem berichten einige Reisende auf Twitter, dass sie auch gratis Snacks erhalten – bei British Airways muss man seit einer Weile für Essen und Trinken an Bord zahlen.

Dass Airlines bei Konkurrenten Flieger leasen, um den Betrieb im Streik aufrechtzuerhalten, ist ganz normale Praxis. Auch British Airways hat darauf schon zurückgegriffen. Einigen Kunden stösst der Schritt dennoch sauer auf. «Kein Wunder, dass die Qatar-Jets fliegen», so etwa eine Twitter-Nutzerin. «Sie dürfen ja auch nicht streiken.» Die Fluggesellschaft aus Doha wird öfter für ihre strengen Arbeitsbedingungen kritisiert. «Schlechte Massnahme von British Airways», schreibt ein anderer Passagier. «Ich fliege regelmässig mit ihr, würde aber nicht mal in einen Flieger von Qatar steigen, wenn man mich bezahlt. Ich würde mich schmutzig fühlen.»

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