Das hätte der Credit Suisse kaum jemand zugetraut

CS-Chef Tidjane Thiam hat mit der Ära von Vorgänger Brady Dougan aufgeräumt. Besonders an einem Ort legte die Grossbank zu. Doch nicht alle Ziele wurden erreicht.

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Nach drei verlustreichen Jahren hat es die CS wieder in die Gewinnzone geschafft. Schon im letzten Jahr hätte es so weit sein können, doch hatte da noch eine US-Steuerreform für einen Sonderverlust gesorgt. Mit einem Plus von 2,1 Milliarden Franken hat die zweitgrösste Schweizer Bank dieses Jahr sogar die Prognose der Analysten geschlagen. Damit ist der 2015 von CS-Chef Tidjane Thiam angestossene Umbau abgeschlossen. Die Bank ist heute stabiler, als sie es damals war. Die Ära seines Vorgängers Brady Dougan ist aufgeräumt - es war ein teures Unterfangen - das Minus der letzten Jahre summiert sich auf mehr als 7 Milliarden Franken.

Doch ein Geschäftsbereich bleibt zurück. In der Region Asien hat es die Bank nicht geschafft, die hochgesteckten Ziele zu erreichen. 2015 präsentierte Thiam die Zukunft der CS in Asien, nun zeigt sich, dass der Markt dort zwar wächst, doch die Hoffnungen der CS erfüllen sich nicht. Die Sparte sollte insgesamt einen Gewinn von 1,6 Milliarden Franken bringen, für das asiatische Vermögensverwaltungsgeschäft wurde ein Ziel von 700 Millionen festgesetzt. Erreicht wurden nun insgesamt 800 Millionen, sogar etwas weniger als im Vorjahr. Ein altes Problem bleibt bestehen, denn die Handelssparte verpasste die einst gesetzten Vorgaben und frisst die Gewinne der Vermögensverwaltung auf. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres stieg der Verlust noch einmal an - damit konnte sich die CS dem Branchentrend nicht entziehen. Denn in diesem Geschäftsbereich litt auch die internationale Konkurrenz.

Andernorts lief es besser. Im Heimmarkt schafft es die CS, ihre Gewinnziele zu erreichen. Der Gewinn kletterte auf 2,2 Milliarden Franken - das sind fast 40 Prozent mehr als 2015. Das hätte der CS in der Branche kaum jemand zugetraut. Auch das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft hat zugelegt. Im Vergleich mit den Konkurrenten UBS und Julius Bär gelang es der Bank,ihre verwalteten Vermögen trotz den heftigen Ausschlägen an den Börsen stabiler zu halten. Besonderen Wert hat Thiam in den letzten Jahren aufs Sparen gelegt. Die Ausgaben sanken in den letzten Jahren von über 21 Milliarden auf 16,5 Milliarden Franken - deutlich stärker als von Thiam einst angekündigt.

Erstellt: 14.02.2019, 10:04 Uhr

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