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Das Geschäft mit dem Bürgerrecht ist international

Malta ist nicht das einzige Land in Europa, dessen Pass ein Preisschild trägt – auch Zypern, Bulgarien und Österreich verkaufen die Staatsbürgerschaft an finanziell Potente. Zypern hat Mitte 2013 ein neues Investorenprogramm lanciert: Ausländer, die mindestens 3 Millionen Euro in die zypriotische Wirtschaft investieren, erhalten einen Pass. Zusätzlich hat der Mittelmeerstaat all jenen Ausländern, die durch die EU-Rettungskredite mehr als 3 Millionen Euro verloren haben, die Staatsbürgerschaft versprochen – falls sie diese denn möchten. Betroffen davon sind vorwiegend Russen, die ihr Vermögen in Zypern parkiert hatten. Auch Bulgarien führte 2013 ein sogenanntes Citizenship Programme ein. Investiert man 500'000 Euro in die Wirtschaft, kann man ohne Sprachkenntnisse und Verlust eines anderen Passes Bulgare werden.

In Österreich ist das Verfahren weniger transparent. Die Behörden liessen kürzlich verlauten, dass ein solches Programm nicht existiert. Fakt ist: Es gibt ein Prozedere, um sich einen Pass zu ­sichern. Wer «ausserordentliche Leistungen im besonderen Interesse der Republik» erbracht hat, erhält die Staatsbürgerschaft. Selektionskriterien sind der Öffentlichkeit unbekannt. Gerüchten zufolge muss die Investitionssumme im höheren siebenstelligen Bereich liegen – oder man kann Vorzüge wie eine schöne Stimme vorweisen. So hat 2006 die russische Opernsängerin Anna Netrebko den österreichischen Pass bekommen.

Schweiz für 250 000 Franken

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