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Der knallharte Spitzenmanager im Pulli geht

Sergio Marchionne tritt als Chef von Fiat Chrysler überraschend zurück. Er war bekannt für seine markigen Sprüche.

Tritt früher ab als erwartet: Sergio Marchionne in seinem typischen Outfit.
Tritt früher ab als erwartet: Sergio Marchionne in seinem typischen Outfit.
Keystone

Zumindest sein letztes grosses Ziel hat Sergio Marchionne noch verwirklicht: Fiat Chrysler von den Schulden zu befreien. Der Spitzenmanager verwandelte zwei schwer angeschlagene Unternehmen in einen globalen Player in der Automobilindustrie.

Sein Ende als Chef des italienisch-amerikanischen Autobauers und der Tochter Ferrari kommt nun früher als erwartet – aus gesundheitlichen Gründen.

Mit Kompromisslosigkeit und teils unkonventionellen Ideen sanierte der heute 66-Jährige den kriselnden Turiner Grosskonzern Fiat nach seinem Antritt und richtete ihn neu aus. Er baute die Bürokratie ab und halbierte die Entwicklungszeiten für neue Modelle.

Marchionne führte sein Unternehmen zum Erfolg: Hier zeigt er sich am Genfer Automobilsalon. (6. März 2018)
Marchionne führte sein Unternehmen zum Erfolg: Hier zeigt er sich am Genfer Automobilsalon. (6. März 2018)

Als einer der grössten Verdienste des Italo-Kanadiers gilt die Fusion von Fiat und Chrysler im Jahr 2014. Die prestigeträchtige Marke Ferrari brachte er erfolgreich an die Börse. 2014 beerbte er Luca di Montezemolo als Ferrari-Präsident und war seit 2016 auch fürs Tagesgeschäft hauptverantwortlich.

Doch einmal eine Krawatte

Der 1952 in den Abruzzen geborene Marchionne ist für seine markigen Sprüche bekannt. Zu Vorwürfen, auch Fiat habe bei Abgaswerten geschummelt, sagte er mit Blick auf VW etwa: «Wer uns mit dem deutschen Unternehmen vergleicht, hat etwas Illegales geraucht.»

Marchionne hat in Toronto studiert, vor seiner Zeit bei Fiat arbeitete der Anwalt und Wirtschaftsprüfer bei Verpackungsfirmen. Sein Markenzeichen sind die dunklen Pullover, die er lieber trägt als Anzüge. Erst bei der Verkündung des gelungenen Schuldenabbaus im Juni trug er eine Krawatte, kaum sichtbar. Das hatte er einst versprochen – für den Fall, dass der Schuldenabbau gelingen sollte.

Vergangenes Jahr hatte Fiat Chrysler den für 2019 geplanten Abschied von Marchionne verkündet. Dass dessen Karriere bei dem Autobauer noch schneller zu Ende gehen würde, war da noch nicht abzusehen.

SDA/hvw

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