Zum Hauptinhalt springen

Deutsche Bank streicht offenbar weitere 500 Stellen in Deutschland

Frankfurt am Main Bei der Deutschen Bank könnten neben dem kürzlich verkündeten Abbau von 1900 Stellen über 500 weitere Arbeitsplätze wegfallen.

Die möglichen Streichungen stehen im Zusammenhang mit der Postbank-Übernahme und erfolgen parallel zum konzernweiten Sparprogramm. Dies sagten informierte Kreise am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Deutsche Bank wollte den Wegfall von über 500 Stellen nicht bestätigen. Sie verwies jedoch darauf, dass sich der Konzern bei der Postbank «seit eineinhalb Jahren in sehr konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern über die Personalentwicklung» der kommenden Jahre befinde. Es gebe bereits «eine Reihe» von Vereinbarungen mit Mitarbeitern zum Ausscheiden aus dem Konzern, teilte das Unternehmen mit. Dabei kann es sich etwa um Abfindungen handeln oder die Weiterqualifikation von Arbeitnehmern. Im Zuge der Postbank-Übernahme wolle die Deutsche Bank sogenannte nachgelagerte Dienstleistungen in einem neuen Unternehmensteil bündeln. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die bei Banken hinter den Kulissen laufen und für die Kunden nicht sichtbar sind. Bonn vom Abbau stark betroffen Ein Fünftel der Stellenstreichungen solle am Konzernsitz Frankfurt am Main erfolgen, berichtete die «Süddeutsche Zeitung» am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Vier Fünftel entfielen auf den Postbank-Standort Bonn. Dieser Stellenabbau sei jedoch nur ein erster Schritt von geplanten Sparmassnahmen. Insgesamt stünden bei der Deutschen Bank 4000 bis 6000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, berichtete die Zeitung. Dies dementierte die Deutsche Bank. «Ein angeblicher Personalabbau über das hinaus, was mit Arbeitnehmervertretern bereits vereinbart wurde, ist derzeit nicht geplant», erklärte der Konzern. Die Deutsche Bank hatte die Postbank vor einigen Jahren übernommen mit dem Ziel, ihre Privatkundengeschäft zu stärken. Bei Firmenübernahmen ist es üblich, dass Doppelfunktionen abgebaut werden. Sparprogramm im letzten Sommer angekündigt Im Sommer hatte die Deutsche Bank ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt und deutliche Einschnitte im Investmentbanking als Reaktion auf schrumpfende Gewinne in Aussicht gestellt. Der Konzern will in den kommenden Jahren seine Kosten jährlich um 3 Milliarden Euro kürzen und sich von 1900 Mitarbeitern trennen, 1500 davon im Investmentbanking. Die Stellen dürften vor allem in Asien und an den Finanzplätzen London und New York wegfallen. Kürzlich verkündete die Bank eine Verschärfung dieses Sparprogramms auf 4,5 Milliarden Euro jährlich. Unklar blieb dabei, ob auch der Jobabbau in dem Zusammenhang heftiger ausfallen soll. Die Deutsche Bank wollte sich hierzu bislang nicht äussern. Für das Sparprogramm will die Deutsche Bank nicht nur Stellen abbauen, sondern auch Immobilien verkaufen und ihre Informationstechnologie umbauen. Ende 2011 beschäftigte der Konzern noch knapp 100'000 Mitarbeiter.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch