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Deutsche Rohstoff-Allianz macht vorwärts

Berlin Die deutsche Industrie macht angesichts einer drohenden Rohstofflücke ernst mit ihrer «Allianz zur Rohstoffsicherung».

Der finanzierende Gründerkreis für das Gemeinschaftsunternehmen besteht nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) aus einem Dutzend Unternehmen. Dabei handelt es sich durchweg um Unternehmen aus der deutschen Grossindustrie, wie der Verband am Montag nach einem ersten Treffen der Firmen mitteilte. Die Allianz ist für weitere Unternehmen offen. «Wir arbeiten gemeinsam an dem Aufbau eines schlagkräftigen Unternehmens, das die Rohstoffsicherheit Deutschlands nachhaltig verbessern soll», sagte BDI-Vizepräsident Ulrich Grillo. Deutschlands Wirtschaftsminister Philipp Rösler sprach von einem «wichtigen Meilenstein» für die deutsche Wirtschaft und einem Schritt zum Erhalt von Arbeitsplätzen in der Industrie. Die Bundesregierung flankiere diesen Weg, nicht zuletzt mit Rohstoffpartnerschaften mit Ländern und mit eigenen Förderinstrumenten. Gründungspartner sind nach Angaben des BDI die Unternehmen Aurubis, BASF, Bayer, BMW, Chemetall, Daimler, Evonik Industries, Georgsmarienhütte Holding, Bosch, Stahl-Holding-Saar, Thyssen-Krupp und Wacker Chemie. Als Startkapital müssen die Unternehmen Wirtschaftskreisen zufolge jeweils rund 300'000 Euro einzahlen. Thyssen-Krupp rechnet schon innerhalb von zwei bis fünf Jahren mit ersten Erfolgen der Allianz. Das Unternehmen begründete sein Engagement damit, einen «additiven Weg» zu eigenen Rohstoffbeschaffung beschreiten zu wollen. Besonderes Interesse hat Thyssen-Krupp an den für die Stahlproduktion wichtigen Rohstoffen Kokskohle und Eisenerz. Versorgung Deutschlands sicher Ziel der Allianz ist der Aufbau von Beteiligungen an Rohstoffprojekten, vornehmlich im Ausland, um die Versorgung der deutschen Industrie mit solchen Stoffen sicherzustellen. Der BDI, der das Konzept für die Initiative entworfen hatte, beteiligt sich nach eigenen Angaben nicht an der Finanzierung und der operativen Arbeit. Er will aber den Dialog mit der Politik vorantreiben. Deutschland ist bei vielen strategischen Rohstoffen, die für die Industrieproduktion erforderlich sind, von Importen abhängig. Bei unverzichtbaren metallischen Primärrohstoffen besteht die Abhängigkeit zu 100 Prozent. Bei sogenannten Seltenen Erden - das sind spezielle Metalle, die für viele High-Tech-Produkte benötigt werden - ist China das dominierende Lieferland. Die wirtschaftlich aufstrebende Volksrepublik ist aber auch einer der grössten Konkurrenten der deutschen Wirtschaft um Rohstoffe rund um den Erdball.

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