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Deutscher Medizinkonzern Fresenius plant Kapitalerhöhung 1 Milliarden Euro für Kauf eines Konkurrenten

Frankfurt/Main Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius bereitet sich mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung auf die anvisierte Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum vor.

Fresenius wolle 13,8 Millionen neue Stammaktien aus dem genehmigten Kapital ausgeben und damit rund eine Milliarden Euro einsammeln. Das teilte der hessische Spitalhaus- und Dialysekonzern am Donnerstagabend mit. Die neuen Papiere dürften schon am Freitag über eine Blitz-Platzierung institutionelle Investoren verkauft werden. Die Aktionäre haben kein Bezugsrecht. Fresenius nutzt mit dem Schritt das gute Kapitalmarktumfeld und die gute Kursentwicklung der eigenen Aktie. Das Papier hat seit Jahresbeginn rund neun Prozent zugelegt und schloss am Donnerstag mit 77,71 Euro. Die neuen Aktien würden in einer Spanne von 72 bis 74 Euro angeboten, die Dividende von 95 Cent, die am Montag ausgezahlt wird, ist dabei schon abgezogen, sagte ein Insider. Das ist ein - für eine Platzierung dieser Grösse - geringer Abschlag von 3,6 bis 6,2 Prozent. Bekommt Fresenius alle Aktien los, errechnet sich daraus ein Erlös zwischen 0,99 und 1,02 Milliarden Euro. Fresenius wollte sich zu der Spanne nicht äussern. An der Kapitalerhöhung will sich die Else-Kröner-Fresenius- Stiftung, die den Konzern kontrolliert, nach Firmenangaben mit mindestens 90 Millionen Euro beteiligen. Begleitet wird die Transaktion von der Deutsche Bank, JPMorgan und Societe Generale. Übernahme oder volle Kasse Fresenius hatte Ende April angekündigt, den Kauf von Rhön über einen syndizierten Kredit, eine Anleihe und Eigenkapitalmassnahmen finanzieren zu wollen. Instrumente wie Wandelanleihen seien nach der Kapitalerhöhung nicht mehr nötig, sagte ein Konzern-Sprecher. Fresenius will mit dem Vorpreschen Spekulationen mit seiner Aktie vermeiden. Der Konzern will in den nächsten Tagen das offizielle Übernahmeangebot vorlegen, abgeschlossen werden dürfte der 3,1 Milliarden Euro schwere Kauf frühestens im Sommer. Dass die Übernahme gelingt, ist noch nicht sicher. Fresenius müsste hierfür mehr als 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln. Sollte dies nicht gelingen, wäre die Kasse des Unternehmens für andere Investitionen oder Übernahmen gut gefüllt. In dem Fall würde der Verschuldungsgrad - das Verhältnis von Netto-Finanzverbindlichkeiten zum Betriebsgewinn (Ebitda) - am unteren Ende des eigenen Zielkorridors von 2,5 bis 3,0 liegen, erklärte Fresenius. «Die Kapitalstruktur bliebe damit im optimalen Bereich.»

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