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«Da ist doch etwas faul»

«Da ist doch etwas faul»: «K-Tipp»-Verleger René Schuhmacher wehrt sich gegen die Rentenreform. Foto: Marc Wetli (13 Photo)

Der «Blick» nannte Sie kürzlich einen «mächtigen Gegner» von Bundesrat Alain Berset in der Abstimmung zur Altersreform 2020...

Sie haben Erfahrung. Das Volk lehnte damals 2010 die letzte Reform der 2. Säule ab. Die Abstimmung kam nur zustande, weil Sie das Referendum ergriffen hatten. Das muss Sie gefreut haben.

Was treibt Sie an?

Nennen Sie ein Beispiel?

2010 wurde Ihr Referendum von den Linksparteien und Gewerkschaften unterstützt. Diesmal wird Ihr Referendum von den Bürgerlichen und Arbeitgebern beklatscht. Stört Sie das nicht?

Der Arbeitgeberverband zitiert Ihre Zeitschriften «K-Tipp», «Saldo» im Argumentarium gegen die Reform...

«Natürlich schlafen die Verantwortlichen einer Pensionskasse besser, wenn sie ein gutes Polster haben.»

Wie viele Unterschriften haben Sie zum Referendum beigetragen?

Was stört am meisten an der Reform? Sie sagen die Reserven der 2. Säule seien riesig, eine Kürzung der Renten, wie sie die Reform vorschlägt, unnötig. Woher nehmen Sie die Gewissheit?

Um wie viel sind sie gestiegen?

Diese Reserven heissen offiziell Schwankungsreserven. Sie sind ein Puffer und nötig, um das Auf und Ab der Wertpapierwerte an der Börse aufzufangen, in die die Pensionskassen investiert sind.

Es besteht Konsens, dass je mehr Reserven eine Pensionskasse hat, umso besser sie in rentierende Anlagen investieren kann wie Aktien. Ohne diesen Puffer können Pensionskassen nicht anlegen und müssten saniert werden. Um wie viel könnte man sie reduzieren?

Ist es ein maximales oder optimales Polster? 116 Milliarden Reserven entsprechen ungefähr 12 Prozent der Alterskapitalien. Experten sagen, 10 bis 20 Prozent Reserve sei ein optimales Polster.

Sie sagen, dass nicht nur die Reserven gross seien, sondern auch die versteckten Reserven. Im «Saldo» stand: «Die Pensionskassen unterschätzen die Aktiven.» Zum Beispiel sind Immobilien unterbewertet. Ist das keine kluge Strategie?

Wie hoch sind die versteckten Reserven?

«In der Summe aller Pensionskassen dürften die versteckten Reserven mehrere Dutzend Milliarden Franken hoch sein.»

Bestreiten Sie, dass Leute länger leben und deshalb Rückstellungen gemacht werden müssen?

Kassen mit vielen Rentnern haben mehr Probleme als andere.

Experten sagten in Ihrem Juristenmagazin «Plädoyer», am sinnvollsten wäre eine einzige Pensionskasse für die Schweiz. Ist das Ihr Vorschlag?

Eine Art AHV-Fonds der 2. Säule?

Sie kritisieren, mit der Vorlage werde der obligatorische und überobligatorische Teil der 2. Säule weiter vermischt. Warum?

«Der Status quo ist besser als eine Reform.»

Was ist, wenn das Volk Nein sagt?

Die Reform betrifft auch die AHV und will mit höheren Beiträgen und einer höheren Mehrwertsteuer mehr Erträge generieren. Ignorieren Sie diesen Aspekt?

Im AHV-Fonds liegen etwa 30 Milliarden Franken, nicht 45 Milliarden. Dies entspricht ungefähr einer Jahresausgabe der AHV-Renten – ungefähr so viel, wie das Gesetz verlangt.

Schlagen Sie vor, die AHV-Reserven zu reduzieren?

Das ist in 13 Jahren, also sehr bald...

Die letzten zwei Jahre zeigten, dass mehr AHV-Renten bezahlt werden als an AHV-Abzügen eingenommen wird. 2015 betrug das Defizit eine halbe Milliarde, letztes Jahr 0,7 Milliarden. Eine Zunahme des Defizits auf minus 2,5 Milliarden jährlich bis 2027 scheint plausibel. So entleert sich der AHV-Fonds schnell.

Malt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) als Verfasser der Schätzungen schwarz?