«Die Schweiz sollte der EU ein Rahmenabkommen anbieten»

Nick Hayek hat sich zum Deal mit der EU geäussert – mit überraschendem Inhalt. Warum erst jetzt? «Es hat mich niemand gefragt», sagt der Swatch-Chef.

Wer fragt, bekommt eine klare Antwort: Nick Hayek an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag, 14. März 2019. Foto: Keystone

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Nick Hayek ist ein Mann deutlicher Worte und diese hat der CEO der Swatch Group auch in der aktuellen «Samstagsrundschau» von Radio SRF gefunden: «Wir sollten uns nicht erpressen lassen», sagte er auf die Frage zu den Verhandlungen mit der EU. Das Rahmenabkommen sei für die EU wichtiger als für die Schweiz.

Der grosse, europäische Markt sei immer wieder ein Argument, aber es gebe auch andere Märkte, sagt Hayek im Interview: «Die USA, China – das sind grosse Märkte und sie lieben unsere Produkte.»

«Wir denken zu defensiv»

Aber nicht nur aus diesem Grund müsste sich Europa mehr bemühen um die Schweiz: «Die Schweiz ist das perfekte Beispiel, wie die EU funktionieren könnte.» Eine föderalistische Organisation, pragmatische Arbeitsverträge, keine zentralistische Führung und keine bis wenig Berufspolitiker seien dabei die Stärken. «Europa kann von uns nur lernen», sagt Hayek und wird noch deutlicher: «Die Schweiz sollte der EU ein Rahmenabkommen anbieten, wie Europa sich organisieren sollte.» Das sollte dann die EU übernehmen.

Dass er sich bisher nicht zum Thema geäussert habe, erklärt der Swatch-Chef relativ simpel: «Es hat mich niemand gefragt.» Er mische sich nicht aktiv in Abstimmungskämpfe ein, er sei kein Politiker. «Ich will mich nicht über Politik definieren, sondern über pragmatische Aussagen und gute Produkte.»

Die Geisteshaltung der Schweiz müsse es sein: «Wir machen Abkommen mit unseren Partnern. Aber erpressen lassen, darf sich die Schweiz nicht. Wir denken zu defensiv.»

Das gesamte Interview mit Nick Hayek gibt es hier zum Nachhören. Zum EU-Rahmenabkommen äussert sich der CEO der Swatch Group kurz vor Minute 12 und bis zur 18.

(amc)

Erstellt: 16.03.2019, 13:56 Uhr

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