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«Die Strukturen verleiten zu unausgereiften Innovatiönchen»

HSG-Geschichtsprofessor Caspar Hirschi glaubt nicht, dass wir im goldenen Zeitalter der Innovation leben. Die Schweizer Politik in diesem Bereich sei ein «gründliches Selbstmissverständnis».

«Mehr Zeit fürs ungeplante Tüfteln», wünscht sich Professor Caspar Hirschi für die Schweizer Wirtschaft.
«Mehr Zeit fürs ungeplante Tüfteln», wünscht sich Professor Caspar Hirschi für die Schweizer Wirtschaft.
Nadja Tempest

Die Schweiz gehört zu den innovativsten Ländern Europas. Aktuelle Studien setzen sie auf Platz eins oder – wie diese Woche die Konjunkturforscher der ETH – auf Platz zwei. Dürfen wir stolz sein?Höchstens ein bisschen. Solche Studien müssen mit Vorsicht genossen werden. Sie wollen nicht nur verrechnen, was ein Land an Innovationen hervorbringt, sondern auch, ob es günstige Bedingungen für Innovationen bietet. Dazu verwenden sie Indikatoren von fragwürdiger Aussagekraft. Beim «Global Innovation Index» findet man bei den Inputs den Elektrizitätsverbrauch eines Landes und bei den Outputs die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts sowie die Änderungsfrequenz bei Wikipedia-Artikeln. Aus der Tatsache, dass die Schweiz in solchen Indizes ganz oben steht, darf man bloss schliessen, dass die Zahlen aus unserem Land der aktuellen Innovationsideologie sehr gut entsprechen.

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