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Die USA lehnen VW-Rückrufplan ab

Volkswagen muss beim Rückruf der manipulierten Dieselfahrzeuge in den USA nachbessern. Der VW-Chef will ein Paket mit «angemessenen Lösungen» vorlegen.

Trifft EPA-Chefin Gina McCarthy: VW-Chef Matthias Müller. (10. Januar 2016)
Trifft EPA-Chefin Gina McCarthy: VW-Chef Matthias Müller. (10. Januar 2016)
Paul Sancya, Keystone

In der Abgasaffäre bei Volkswagen halten die US-Umweltbehörden die bislang vorgelegten Vorschläge zum Rückruf der betroffenen Dieselautos für unzureichend. Die kalifornische Umweltbehörde Carb erklärte am Dienstag, dass der im November eingereichte Plan nicht ausreichend auf die «Gesamtauswirkungen für Fahrverhalten, Emissionen und Sicherheit der Autos» eingehe. Den Vorschlägen fehle es an «genug Informationen für eine technische Bewertung». Betroffen seien Fahrzeuge des Typs Beetle und Jetta mit Dieselantrieb.

Die US-Bundesumweltbehörde EPA teilte mit, dass sie mit der Einschätzung der Carb übereinstimme. Der Wolfsburger Konzern habe «keinen genehmigungsfähigen Rückrufplan» vorgelegt, um die beanstandeten Fahrzeuge in Einklang mit den Emissionsstandards zu bringen. Die Entscheidung sei dem Unternehmen mitgeteilt worden.

Treffen mit McCarthy

VW-Chef Matthias Müller will am Mittwoch bei einem Treffen mit EPA-Chefin Gina McCarthy ein überarbeitetes Lösungspaket diskutieren. Volkswagen betonte, dass sich die Ablehnung nicht auf die aktualisierten Pläne des Konzerns beziehe. In den vergangenen Wochen habe das Unternehmen «konstruktive Diskussionen» mit den Behörden geführt. Müller hatte am Rande der Automesse in Detroit angekündigt, bei dem Treffen mit McCarthy in Washington «angemessene technische Lösungen» vorzulegen.

«Wir glauben, dass wir ein Paket anbieten, das in Ordnung ist», hatte Müller am Sonntagabend gesagt. «Jetzt müssen wir eben schauen, ob die EPA das genauso sieht, und dann werden wir irgendwann in der nächsten Zeit ein Ergebnis bekommen.»

Aus gut informierten Kreisen verlautete, dass Volkswagen den Rückkauf von mehr als 100'000 der fast 600'000 betroffenen Autos in den USA angeboten habe. Für den Grossteil der restlichen Fahrzeuge sollen VW-Ingenieure einem Bericht der «Bild am Sonntag» zufolge einen neuen Katalysator entwickelt haben, um die strengen US-Emissionsvorgaben zu erreichen.

Rückrufplan für Drei-Liter-Motoren

Nach US-Ermittlungen hatte Volkswagen im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxidausstoss anzeigt als auf der Strasse. In den USA sind fast 600'000 Fahrzeuge betroffen.

Die US-Behörden hatten sich Mittwoch als Frist für eine Entscheidung über den Rückrufplan für die betroffenen Zwei-Liter-Dieselmotoren gesetzt, den VW im November eingereicht hatte. Anfang Februar muss der Konzern einen Rückrufplan für die Drei-Liter-Motoren vorlegen. Vor gut einer Woche reichten das US-Justizministerium und die EPA Klage gegen VW ein.

SDA/AFP/mlr

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