Dieses Jahr lässt sich saumässig Geld verdienen

Heute beginnt das chinesische Jahr des Schweins. Uhren- und Modefirmen setzen mit Sonderkollektionen auf den rosa Glücksbringer.

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Als Glücksbringer kennt man das «rosa Säuli» hierzulande, in China geniesst das Tier nun besondere Aufmerksamkeit. Am 5. Februar beginnt das chinesische neue Jahr, das Jahr des Schweins. Das Tier verspricht den Menschen Wohlstand und Eheglück.

Im Reich der Mitte ist die Sau in den nächsten Monaten nicht nur auf dem Teller gefragt, sondern auch im Alltag landesweit anzutreffen. Schweine in allen Formen und Variationen sieht man in den Geschäften, in Zeitungen, im Fernsehen und auf Kleidern, Schmuck oder Schuhen.

Auch die Luxusgüterindustrie hat den Trend entdeckt. Sie verkauft mittlerweile 32 Prozent ihrer Produkte im Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern, wo Tradition, Astrologie und Esoterik einen hohen Stellenwert haben. So gibts in China rosa Schlüsselanhänger in Schweineform von Louis Vuitton, und Gucci verziert Taschen mit Ferkeln.

Limitierte Sonderausgaben

Gleich mehrere Schweizer Uhrenmarken haben Kollektionen zum «Chinese New Year» (CNY) herausgegeben. Blancpain bringt eine auf 50 Exemplare limitierte Uhr mit chinesischem Jahreskalender und eingraviertem Schwein, Kostenpunkt über 50’000 Franken. Auch die Marke Jaquet Droz hat vier CNY-Luxusmodelle vorgestellt. Die Zeitmesser kosten zwischen 30'000 und 80'000 Franken. Erschwinglich für Normalverdiener ist hingegen die Plastikuhr von Swatch. Das Sondermodell in Rot und Gold mit einem Säuli auf dem Zifferblatt kostet 90 Franken.

Die Sondermodelle zum Jahr des Schweins sind denn gerade hierzulande in den von Chinesen stark besuchten Touristendestinationen wie Luzern oder Interlaken gefragt, wie Uhrenhändler bestätigen. Für viele Chinesen ist es ein Highlight der Europareise, in der Schweiz eine Uhr zu kaufen. Zudem sind für Chinesen Käufe von Luxusgütern im Ausland nach wie vor dank steuerlicher Vorteile günstiger. Das gilt nicht nur für Uhren, sondern auch für Kleider und Lederwaren.

Zur Neujahrsfeier werden historische Ereignisse nachgespielt: Eine Aufführung in einem Park in Peking. Foto: Keystone

Das Schwein ist für die westlichen Marketingstrategen jedoch eine Herausforderung, denn ausserhalb Chinas verbindet man das Tier nicht mit Luxus und Style. In islamischen und vom Judentum geprägten Ländern gilt die Sau als unrein. Ein T-Shirt oder ein Foulard mit einem Ferkel drauf? Nein, danke.

Einige Luxusmarken bewerben denn ihre «schweinischen Sonderkollektionen» lediglich in China. So findet man auf den internationalen Social-Media-Kanälen von Louis Vuitton keine Bilder der Kollektion zum Jahr des Schweins. Auch die Hersteller von Luxusuhren handhaben dies weitgehend gleich.

Für den Sportartikelhersteller Nike zählt China zu den wichtigsten Märkten (Wachstum im letzten Quartal: 26 Prozent). Entsprechend setzt Nike seit Jahren mit Sonderkollektionen auf das chinesische neue Jahr. Der aktuelle Schuh zum Jahr des Schweins symbolisiert laut Eigenangaben alle zwölf Tierzeichen, ein Schwein sieht man aber nicht. Der Schuh kostet offiziell um die 300 Dollar, auf Onlineplattformen bieten Fans bereits über 500 Dollar für Sneaker.

«2019 wird ein grossartiges Jahr, um Geld zu verdienen.»Felix Sutter, Präsident Handelskammer Schweiz-China

Jedem der zwölf Tierzeichen des chinesischen Horoskops wird jeweils ein Jahr gewidmet. Der Legende nach hat der Jade-Kaiser Yu Di einst verschiedene Tiere zu einem Fest eingeladen und jedem Gast der Reihenfolge seines Eintreffens entsprechend ein Jahr zugeteilt. Das Schwein kam als letztes und steht deshalb an 12. Stelle. Eigentlich war auch eine Katze eingeladen, doch die erschien nicht. So stellt sich das chinesische Horoskop nach folgender Reihenfolge zusammen: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein.

Was den chinesischen Kalender betrifft, könnte das laufende Jahr den Anlegern viel Gutes bringen, wie Felix Sutter, Präsident Handelskammer Schweiz-China sagt. «Laut chinesischer Astrologie wird 2019 ein grossartiges Jahr, um Geld zu verdienen, und ein gutes Jahr zum Investieren», so Sutter. In der Statistik steht das Jahr des Schweins an dritter Stelle, was die Börsenentwicklung betrifft. Nur in den Jahren des Hahns und des Kaninchens schnitten die Märkte in den vergangenen Jahren besser ab.

Gutes Börsenjahr prognostiziert

Unterstützt wird das Schwein in diesem Jahr auch von einer günstigen Konstellation. Chinesische Jahre sind nämlich jeweils an eines der sechs existierenden Elemente gebunden. In diesem Jahr fällt das Schwein mit dem Element «Erde» zusammen. Dies gilt allgemein als gute Kombination, denn «Erde» steht für Bodenständigkeit, Stabilität und Fruchtbarkeit.

Die positive Zukunftsaussicht teilen auch die hiesigen Firmenvertreter, die in Hongkong und China geschäften. Laut einer Umfrage der «China Europe International Business School» rechnen 76 Prozent der hiesigen Entscheidungsträger mit steigenden Umsätzen im China-Geschäft. Vorerst blickt man jedoch gespannt auf den Ausgang des Handelsstreits zwischen China und den USA. Für die Schweiz ist China nach Deutschland und den USA der drittgrösste Handelspartner. Spielt das Glücks-Schwein 2019 mit, so wäre das ein willkommener Antrieb für die Schweizer Exportwirtschaft.

Erstellt: 05.02.2019, 13:07 Uhr

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