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Ein Investmentbanker soll UBS-Investmentbank verkleinern

Der nun definitiv ernannte UBS-Chef Sergio Ermotti kommt aus dem Investmentbanking.

Nicht nur seine Verbindung mit dem umstrittenen Grossbanken-Handelsgeschäft brachte ihn in die Schlagzeilen. Zwischendurch sorgten auch seine Verwaltungsratsmandate für Zweifel, ob er den UBS-Topposten wirklich bekommen wird. Der 51-jährige Ermotti trat am 24. September seine Funktion überraschend an, nachdem Oswald Grübel wegen des kurz davor bekanntgewordenen Handelsskandals in London das Handtuch geworfen hatte. Ein Händler hatte mit unerlaubten Finanzgeschäften 2,3 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt, Grübel übernahm dafür die Verantwortung. Der Tessiner Ermotti hatte 18 Jahre bei der US-Bank Merril Lynch gearbeitet leitete dort zuletzt das globale Aktiengeschäft. 2005 ging er zur grössten Bank Italiens, der Unicredit, bei der er bis zum stellvertretenden Konzernchef aufstieg. Der Chefsessel wurde ihm 2010 verwehrt, was ihn zum Wechsel zur UBS veranlasste. Verluste bei Unicredit Erst am (gestrigen) Montag hatte Unicredit bekannt gegeben, dass sie wegen Investmentbank-Tätigkeiten in Osteuropa 9,6 Milliarden Euro abschreiben muss. Inwiefern Ermotti als frührerer Top-Manager dafür verantwortlich ist, war am Dienstag Gegenstand von Spekulationen in der Schweizer Presse. Nach dem Londoner Handelsskandal soll Ermotti die Investmentbank der UBS verkleinern und ihre Risiken zähmen. Die Sparte soll weniger auf UBS-Rechnung und mehr für Investmentbank-Kunden und die Bedürfnisse der wohlhabenden Kunden der Vermögensverwaltung arbeiten. Genaueres will die Bank in zwei Tagen bekanntgeben, wenn sie in New York den Investorentag durchführt. Umstrittene Mandate Für Schlagzeilen hatten nach der Ernennung zum Interim-Chef der UBS aber vor allem Ermottis Verwaltungsratsposten gesorgt. Besonders sein Engagement bei vier Immobilienfirmen mit Sitz im Steuerparadies Panama machten die Runde. Ende September gab die UBS bekannt, dass Ermotti seine Mandate abgebe. UBS verurteilte die Medienberichte über die Tätigkeiten des auch im Tessin gut vernetzten Bankers als «rufschädigende Unwahrheiten». Die Bank betonte zudem, dass sie seit dem Eintritt Ermottis in die Konzernleitung im Frühling über dessen nebenberufliche Engagements informiert gewesen sei und diese ausdrücklich bewilligt habe. Die Spekulationen um die Mandate nährten auch Gerüchte, der UBS- Verwaltungsrat werde Ermotti den Chefposten nicht definitiv geben. Nach dem Rücktritt von Oswald Grübel waren mehrere UBS-Manager und internationale Bankgrössen für die Nachfolge im Gespräch.

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