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Erster UBS-Händler wegen Libor-Skandal vor Gericht

Strafzahlungen sind nicht genug: Erstmals steht ein Händler der Grossbank vor Gericht. Tom Hayes soll aus Geldgier den Libor-Zinssatz manipuliert haben.

Soll aus Geldgier gehandelt haben: Der ehemalige UBS-Trader Tom Hayes vor der Anklageerhebung vor zwei Jahren in London. (21. Oktober 2013)
Soll aus Geldgier gehandelt haben: Der ehemalige UBS-Trader Tom Hayes vor der Anklageerhebung vor zwei Jahren in London. (21. Oktober 2013)
Toby Melville, Reuters

In Grossbritannien muss sich seit Dienstag erstmals ein Banker wegen des Skandals um Manipulationen des internationalen Referenzzinssatzes Libor verantworten. Zum Auftakt des Prozesses warf Staatsanwalt Mukul Chawla dem 35-jährigen Händler Tom Hayes Geldgier vor.

Alle Banker seien auf hohe Gewinne aus, Hayes habe dabei jedoch «betrügerisch» gehandelt. Er habe alles in seiner Macht stehende unternommen, um den Libor zu manipulieren.

Hayes soll Kopf der Gruppe gewesen sein

Die Staatsanwaltschaft legt dem früheren Händler der UBS und der Citigroup in acht Anklagepunkten Verschwörung zum Betrug vor. Die britische Behörde gegen Finanzbetrug (SFO) sieht in Hayes den Kopf einer Gruppe von mehreren Händlern, die über Jahre hinweg den Libor manipuliert und sich bereichert haben soll.

Hayes soll falsche Angaben über die Höhe der von seiner Bank veranschlagten Zinssätze gemacht haben, um die Berechnung des Libor zu verfälschen. Hayes selbst plädiert auf nicht schuldig.

Über 20 Händler angeklagt

Der Libor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken am Finanzplatz London untereinander Geld leihen. Er wird täglich von Banken festgelegt, von ihrer Höhe sind etwa Haus- und Konsumkredite sowie andere Finanzprodukte abhängig.

Der Manipulationsskandal war 2012 bekannt geworden. Mehrere Banken wie Barclays, UBS, RBS, Rabobank und die Deutsche Bank haben deshalb bereits hohe Strafzahlungen an die Behörden in den USA und in Grossbritannien geleistet. Dutzende Händler wurden entlassen, gut 20 angeklagt.

(SDA)

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