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EU-Kommission will Schattenbanken unter strengere Aufsicht stellen

Brüssel Die EU-Kommission will die wachsende Branche der sogenannten Schattenbanken unter strengere Aufsicht stellen.

«Wir müssen Licht in alle Bereiche des Finanzsektors bringen», erklärte der für die Regulierung des Finanzmarkts zuständige EU- Kommissar Michel Barnier am Montag in Brüssel. Der Vorstoss des Franzosen richtet sich gegen Finanzunternehmen, die zwar nicht den Regeln für offizielle Banken wie zum Beispiel den Eigenkapitalvorschriften unterliegen, aber ähnliche Geschäfte wie etwa die Vergabe von Krediten anbieten. Der Umsatz dieser Grauzone des Finanzmarkts hat sich in den Jahren 2002 bis 2010 auf weltweit rund 46 Billionen Euro mehr als verdoppelt, wie es in einem von Barnier veröffentlichten Diskussionspapier heisst, einem sogenannten Grünbuch. «Schattenbanken haben im Finanzsystem wichtige Funktionen. So stellen sie beispielsweise eine zusätzliche Finanzierungsquelle dar und bieten Anlegern Alternativen zu Bankeinlagen. Für die langfristige Finanzstabilität können sie allerdings auch mit Risiken verbunden sein», wird in dem Barnier-Papier festgestellt. Zu den Schattenbanken zählen etwa Zweckgesellschaften, die Kredite vermitteln, sowie Investmentfonds, Finanzierungsgesellschaften und Versicherer, die Kredite zum Beispiel an Konsumenten vergeben. Da die Branche jedoch nur teilweise von den bestehenden Regeln für den Finanzsektor erfasst wird, befürchtet die EU-Kommission, dass beispielsweise die «ungeordnete Insolvenz einer Schattenbank sowohl direkt als auch indirekt über ihre Verknüpfung mit dem regulären Bankensystem mit Systemrisiken verbunden sein kann». Als Lehre aus der Finanzkrise hat die EU-Kommission Vorschriften und Aufsicht für die Finanzbranche verschärft. Solange aber die Schattenbanken weniger strengen Regeln unterliegen, kann es der Brüsseler Behörde zufolge zu einem Abwandern von Bankgeschäften von den traditionellen Banken in die besonders in Europa wachsende Grauzone des Marktes kommen. Barnier stellt in seinem Grünbuch die «dringende Notwendigkeit» fest, zunächst «die bestehenden Datenlücken bei der Verknüpfung zwischen Banken und Finanzinstitutionen ohne Bankenzulassung auf globaler Ebene zu schliessen».

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