Zum Hauptinhalt springen

Facebook will grössten Börsengang einer Internetfirma schaffen Erlös von bis 13,6 Milliarden Dollar angepeilt

San Francisco Facebook will bei seinem Sprung aufs Parkett alle bisherigen Technologie-Börsengänge in den USA deklassieren.

Das weltgrösste soziale Netzwerk könnte laut eigenem Prospekt in etwa zwei Wochen Aktien für bis zu 13,6 Milliarden Dollar losschlagen. Dagegen verblasst selbst die Premiere des Internet-Giganten Google, der 2004 «nur» 1,7 Milliarden Dollar erlöste. Gelingt Facebook dieser Paukenschlag, wäre das erst acht Jahre alte Unternehmen mit knapp 100 Milliarden Dollar insgesamt fast genau so viel wert wie der Online-Handelsriese Amazon. Facebook lüftete am Donnerstagabend eines der grössten Geheimnisse der Wall Street und nannte eine Preisspanne von 28 bis 35 Dollar je Aktie. Die Besitzer - allen voran Gründer Mark Zuckerberg - verkaufen nur einen Bruchteil ihrer Anteile. In einem ersten Schritt wechseln gut 337 Millionen Aktien den Besitzer. Durch Optionen oder Aktien, die im Zusammenhang mit dem Kauf des Bilderdienstes Instagram ausgegeben werden, dürften am Ende 2,74 Milliarden Anteilsscheine im Umlauf sein. Das triebe den Gesamtwert von Facebook auf 77 Milliarden bis 96 Milliarden Dollar hoch. Beste Zeiten schon vorbei? Diese astronomische Bewertung bleibt unter Finanzprofis höchst umstritten, weil sich die Geister an der entscheidenden Frage scheiden: Hat Facebook das grösste Wachstum noch vor sich oder sind seine besten Zeiten bereits vorüber? Bei Google stellte sich heraus, das ersteres der Fall war - Deshalb ist der Konzern heute auch 200 Milliarden Dollar wert. Branchenprimus Apple bringt es dank iPhone und iPad sogar auf 550 Milliarden Dollar. Ein abschreckendes Beispiel liefert dagegen Groupon: Seit dem Börsengang im November hat sich der Aktienkurs des Schnäppchenportals halbiert. Auch das Platzen der Internetblase vor gut zehn Jahren hat viel Skepsis hinterlassen. Zweifel bleiben Falls Zuckerberg die Investoren zum Kauf von Aktien zu 35 Dollar überreden kann, ergäbe sich ein Erlös von 11,8 Milliarden Dollar - ursprünglich war von «mindestens 5 Milliarden» Dollar die Rede gewesen. Darüber hinaus ist bei starker Nachfrage noch eine Mehrzuteilungsoption über 1,6 Milliarden Dollar möglich. Von diesen Einnahmen fliessen Facebook selbst aber nur etwas mehr als die Hälfte zu - der Rest geht an Geldgeber wie Silicon-Valley- Ikonen, die das Potenzial von Facebook früh erkannten und nun mit reicher Beute für eine Beteiligung belohnt werden. So kann die Risikokapital-Firma Accel Partners voraussichtlich mehr als 1 Milliarden Dollar einstreichen. Der 27-jährige Zuckerberg selbst wird ebenfalls 1 Milliarden seines Reichtums auf dem Papier in bares Geld umwandeln. Der Investmentbank Goldman Sachs werden rund 415 Millionen Dollar zufliessen. Experten gehen wegen des Rummels um Facebook davon aus, dass sich die Investoren um die Papiere des Online-Treffpunktes mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern reissen werden. Trotzdem bleiben nagende Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Erst Ende April gab Facebook mit dem ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren zu denken. Facebook kämpft gegen Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt. Expansion auf Handys Vor allem die rasant zunehmende Nutzung des Internets über Smartphones und Tablets bereitet dem Unternehmen und einigen Anlegern Sorgen. Bisher schalten Werbekunden lieber auf herkömmlichen Computern Anzeigen. Zudem sind sie bereit, dafür mehr zu zahlen als für Handy-Werbung. Facebook will in dem mobilen Bereich aber unbedingt wachsen und schluckte deshalb kürzlich den App-Hersteller Instagram für 1 Milliarden Dollar. Facebook kündigte an, in diesem Bereich auch weiter stark zu investieren - auch wenn noch unklar sei, wann oder ob sich dies auszahle. Zuckerberg höchstpersönlich will nach Reuters-Informationen in den kommenden zwei Wochen die Werbetrommel bei den Investoren rühren, die Erstnotiz könnte bereits am 18. Mai stattfinden. Allerdings kann sich an den Einzelheiten noch einiges ändern. Notiz an die Redaktion: folgen Extras

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch