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Fast alle Spuren führen in die Schweiz

In Frankreich haben sich Tausende Steuersünder selber angezeigt. Dies bringt Paris 764 Millionen Euro ein. 80 Prozent der schwarzen Konten befanden sich in der Schweiz.

Die Überprüfung von 1260 Dossiers hat bereits 764 Millionen Euro eingebracht: Frankreichs Finanzminister Michel Sapin freut sich über den Geldsegen.
Die Überprüfung von 1260 Dossiers hat bereits 764 Millionen Euro eingebracht: Frankreichs Finanzminister Michel Sapin freut sich über den Geldsegen.
Keystone

In Frankreich sind seit Juni 2013 über 23'000 Selbstanzeigen von Steuersündern mit Auslandkonten eingegangen. Laut Finanzminister Michel Sapin wurde erst ein kleiner Teil davon geprüft. 80 Prozent dieser Konten sind in der Schweiz, 7 Prozent in Luxemburg.

In den vergangenen vier Monaten seien 1260 Dossiers von Selbstanzeigen überprüft worden. Dies habe bereits 764 Millionen Euro eingebracht, wurde Sapin von der französischen Tageszeitung «Le Parisien» zitiert. Sein Ministerium teilte mit, dass die reuigen Steuersünder im Durchschnitt rund 900'000 Euro im Ausland gelagert hatten.

Finanzminister rechnet mit einer Milliarde

Mit dem Geld jener, die ihr Vermögen in der Schweiz versteckt hatten, könnten dieses Jahr die Steuern in Frankreich gesenkt werden, sagte Sapin. Frankreichs Regierung hatte im vergangenen Jahr Steuersündern, die ihre Auslandkonten selbst anzeigen, Straferleichterung versprochen.

In früheren Aussagen gegenüber französischen Medien rechnete der Finanzminister mit einer Milliarde Euro, die sich aus der Prüfung der übrigen Dossiers von Steuersündern ergeben sollte.

Zusammenarbeit mit Schweiz verbessert

Sapin sagte im Interview mit «Le Parisien», das Verhalten der Schweiz bei Steuerfragen habe sich gewandelt, die Zusammenarbeit zwischen den Behörden sei besser geworden. Er sei überzeugt, dass die Frage von geheimen Schweizer Konten spätestens 2016 der Vergangenheit angehören werden.

Ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte die nationale Stelle zur Betrugsbekämpfung die ersten Resultate für das Jahr 2013. Insgesamt wurden Betrugsfälle in der Höhe von 18 Milliarden Euro aufgedeckt. Neben Steuerbetrug wurden unter anderem auch Fälle von Schwarzarbeit und Mehrwertsteuer-Betrug mitgezählt.

Dank der Ermittlungen wurden 10 Milliarden zusätzlich in die Staatskasse gespült, eine Milliarde mehr als im Vorjahr, wie Sapin ausführte.

SDA/ldc/bru

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