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Finma verhängt Berufsverbot gegen Ex-UBS-Angestellte

Die Finanzmarktaufsicht (Finma) verhängt gegen sechs ehemalige UBS-Manager und Händler Berufsverbote.

Die Aufsicht greift ein: Blick in einen Handelsraum der UBS, hier in Opfikon bei Zürich. (3. Oktober 2012)
Die Aufsicht greift ein: Blick in einen Handelsraum der UBS, hier in Opfikon bei Zürich. (3. Oktober 2012)
Martin Rütschi, Keystone

Sechs ehemalige UBS-Angestellte dürfen für bis zu fünf Jahre nicht mehr für ein Schweizer Finanzinstitut arbeiten. Die Aufsichtsbehörde Finma hat entsprechende Berufsverbote entlassen. Die sechs Personen tragen gemäss Finma eine direkte Verantwortung für die Manipulation von Devisenkursen.

Sanktioniert hat die Finma zwei Manager und vier Devisen- und Edelmetallhändler. Den vier Händlern, die in Zürich Opfikon gearbeitet haben, wirft die Aufsichtsbehörde vor, dass sie sich in verschiedener Hinsicht unzulässig und treuwidrig verhalten hätten. So hätten sie wiederholt vertrauliche Informationen von Kunden zum Vorteil der Bank und damit auch zum eigenen Vorteil ausgenutzt. Sie hätten aber auch immer wieder versucht, Devisenreferenzwerte zu manipulieren.

Die zwei Manager, die bei der UBS den globalen Devisen- respektive den Devisenspothandel geleitet haben, belegt die Finma mit einem Berufsverbot, weil sie dieses Verhalten ihrer Untergebenen geduldet und mindestens punktuell sogar gefördert haben. So sei sich zwar das Management der Gefahr bewusst gewesen, dass die Händler über Chats Marktkurse absprechen. Trotzdem hätten sie es unterlassen, ein genügendes Kontrollsystem zu schaffen. Sie hätten auch nicht dafür gesorgt, dass die internen und externen Vorschriften eingehalten wurden.

Maximalstrafe für einen Manager

Die Finma belegt darum die vier Händler mit Berufsverboten zwischen einem und drei Jahren. Die beiden Manager dürfen für vier respektive fünf Jahre keine Leitungsfunktionen in einem Schweizer Finanzinstitut übernehmen. Damit hat die Finma in einem Fall den maximal möglichen Strafrahmen bei Berufsverboten ausgenützt. Keine der betroffenen Personen ist noch für die UBS tätig.

Die Aufsichtsbehörde hat im November 2014 insgesamt gegen elf UBS-Angestellte ein Verfahren eröffnet. In vier Fällen hat die Finma im August 2015 eine Rüge ausgesprochen und das Verfahren eingestellt. Ein Verfahren ist noch im Gang.

Sanktionen noch nicht in Kraft

Die jetzt sanktionierten Banker können die Verfügung der Finma vor Bundesverwaltungsgericht und danach noch vor Bundesgericht anfechten. Die Berufsverbote sind noch nicht in Kraft. Sie gelten erst, wenn die Betroffenen die Anfechtungsfrist unbenutzt verstreichen lassen oder ein definitiver Gerichtsentscheid vorliegt, wie die Finma auf Anfrage mitteilte.

Die Aufsichtsbehörden des Schweizer Finanzplatzes haben seit 2009 die Möglichkeit, Berufsverbote auszusprechen. Seit damals wurde diese Sanktionsmöglichkeit gemäss Finma in «rund 24 Fällen» angewandt. Im Oktober 2014 hat die Aufsichtsbehörden in diesem Zusammenhang bekannt gegeben, dass sie schärfer gegen Fehlverhalten auf dem Finanzplatz vorgehen wolle.

Abgesehen von einem noch laufenden Verfahren schliesst die Finma mit diesen Verfügungen die Verfahren im Zusammenhang mit dem Devisenskandal ab. Die Untersuchungen haben zu Tage gefördert, dass die UBS und andere globale Banken wiederholt und über eine längere Zeitperiode versucht haben, Referenzkurse für den Währungshandel zu manipulieren. Die UBS wurde dafür im November 2014 in einer ersten Runde von verschiedenen Aufsichtsbehörden mit 774 Millionen Franken gebüsst. Zudem hat die Finma der Grossbank verschiedene organisatorische Massnahmen auferlegt.

SDA

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