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Gallen Symposium Deutschland geht es gut, wenn es den Nachbarn gut geht Peer Steinbrück zur Rolle Deutschlands in Europa

Deutschland müsse Interesse daran haben, dass die europäische Währungsunion nicht gesprengt werde: Das sagte der ehemalige deutsche Finanzminister und mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück am Freitag am 42.

St. Gallen Symposium zur Rolle Deutschlands in Europa. Steinbrück sagte, Deutschland habe als Hypothek im Gepäck, dass das Land den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust zu verantworten habe. Der Begriff Leadership, auf Deutsch Führerschaft, sei in Zusammenhang mit Deutschland historisch betrachtet belastet. Darum brauche Deutschland wie im Moment mit Frankreich einen ausgewogenen Partner als Lokomotive. Von G20-Ländern ausserhalb Europas, etwa den USA, werde erwartet, dass Deutschland in Europa eine führende Rolle einnehme, sagte Peer Steinbrück. Wäre Deutschland aber zu stark und allein und dominant an der Spitze in Europa, käme bei kleinen Ländern Skepsis auf, dann spielte das kollektive Gedächtnis. Steinbrück sagte, es brauche Zusammenarbeit. Deutschland gehe es gut, wenn es den Nachbarn gut gehe, sagte Steinbrück weiter. Deutschlands Bruttoinlandprodukt werde zu einem grossen Teil mit Exporten erzielt - und zwei Drittel des Aussenhandels werde mit Europa gemacht. Deutschland müsse daher alles Interesse daran haben, dass die Währungsunion nicht gesprengt werde. Es brauche weitere Anstrengungen. Auf eine Frage aus dem Publikum zur Bedeutung der Wahlen in Frankreich sagte Steinbrück, es spiele keine Rolle, welcher der beiden Kandidaten das Rennen machen werde. Er erklärte seine Aussage damit, dass in Frankreich dem Präsidentenamt eine starke Rolle zukomme und der parteipolitische Hintergrund des Amtsinhabers wenig Bedeutung habe. Als grosse Problem in Europa bezeichnete Peer Steinbrück die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern am Mittelmeer. Werde nichts dagegen getan, könnte in Europa Unfrieden entstehen, sagte Steinbrück.

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