Franken reagiert sofort auf US-Zinsentscheid

Alles beim Alten im Dollarland: Janet Yellen hebt den US-Leitzins erneut nicht an. Die Fed lässt aber offen, ob eine Erhöhung noch dieses Jahr erfolgt.

Der US-Leitzins wird nicht angehoben: Notenbank-Chefin Janet Yellen. (Archivbild)

Der US-Leitzins wird nicht angehoben: Notenbank-Chefin Janet Yellen. (Archivbild) Bild: Brendan Smialowski/AFP

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Die US-Notenbank Fed hat angesichts der schwachen globalen Wirtschaft und der extrem niedrigen Inflation den Leitzins auf seinem historisch niedrigen Niveau knapp über Null belassen. Die US-Wirtschaft setze zwar ihr moderates Wachstum fort, aber die Schaffung von Jobs habe sich verlangsamt, teilte die Notenbank nach ihrer Entscheidung mit.

Fed-Präsidentin Janet Yellen gab nach dieser jüngsten Entscheidungsrunde keine Pressekonferenz. Viele Beobachter leiten aus schwächer als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsdaten die Prognose ab, die Zinserhöhung werde erst 2016 kommen. Seit der Finanzkrise 2008 liegt der Leitzins auf nahezu Null.

Dollar gewinnt gegenüber dem Franken an Wert

Der Kurs des Schweizer Frankens hat sich nach dem neusten Zinsentscheid der US-Notenbank gegenüber dem Dollar und Euro spürbar bewegt. So gewann der Dollar gegenüber dem Franken markant an Wert. Das Währungspaar überschritt kurz nach Bekanntgabe des Entscheid und dessen Begründung die Marke von 0,99 und erreichte den höchsten Wert seit dem letzten März.

Am Abend kostete ein Dollar 0,9926 Franken. Händler verwiesen auf Aussagen der Fed, dass eine Zinserhöhung im Dezember möglich sei. Eine solche Erhöhung würde den Dollar als Anlagewährung gegenüber anderen Währungen attraktiver machen.

Gegenüber dem Euro gewann der Franken hingegen gleichzeitig an Wert: Nachdem vor dem Zinsentscheid ein Euro mehr als 1,09 Franken gekostet hatte, fiel der Kurs danach auf gegen 1,08 Franken. Am Abend notierte das Währungspaar bei 1,0860 Franken.

Zinserhöhung im Dezember möglich

Die US-Notenbank lässt die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember offen. Im Communiqué liess die Zentralbank eine Passage weg, mit der sie noch im September die aus dem Ausland drohenden Gefahren für die US-Wirtschaft beschrieben hatte. An den Märkten herrscht darum Unsicherheit, ob US-Zentralbankchefin Janet Yellen die Zinswende im Dezember wagen oder die Entscheidung auf nächstes Jahr verschieben will. (ofi/sda)

Erstellt: 28.10.2015, 20:05 Uhr

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