Warum das Benzin nicht günstiger wird

Der Ölpreis ist zuletzt stark gesunken. Doch Schweizer Autofahrer profitieren davon aus verschiedenen Gründen kaum.

An der Tankstelle ist wenig von den tiefen Ölpreisen zu merken.

An der Tankstelle ist wenig von den tiefen Ölpreisen zu merken. Bild: Keystone

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Im Juli 2008 kostete ein Fass Rohöl fast 150 Dollar. Im Zug der Finanzkrise war der Preis dann bis Anfang 2009 auf deutlich unter 50 Dollar gefallen. Das Benzin allerdings vergünstigte sich nicht annähernd so stark: Der Preis fiel von 1.99 Franken auf 1.49 Franken.

Aktuell befinden wir uns in einer ähnlichen Situation. Im Sommer kostete ein Fass (156 Liter) der Sorte WTI noch 105 Dollar, der Benzinpreis (Bleifrei 95) lag bei 1.80 Franken. Der Ölpreis ist seither auf unter 74 Dollar gesunken, Benzin kostet immer noch etwa 1.70 Franken.

Dass das Benzin trotz des billigeren Rohstoffs nicht deutlich günstiger ist, hat laut den Mineralölfirmen mehrere Gründe. Zum einen wandern fast 90 Rappen in Form von fixen Abgaben – Mineralöl-, Klima- und Mehrwertsteuer sowie Importzölle – direkt ins «Kässeli» des Staates. Daran ändert sich bei sinkenden Preisen nichts. Ausserdem ist der Benzinpreis nur indirekt vom Ölpreis abhängig: Wie viel der Sprit kostet, bestimmen auch Angebot und Nachfrage. Rohöl wird zudem in Dollar bezahlt, Benzin aber in Franken - darum spielt der Wechselkurs eine Rolle. Und weil der Dollarkurs zuletzt gestiegen ist, arbeitet der Effekt gegen die Autofahrer.

Immer wieder wird auch der Pegelstand des Rheins als Grund aufgeführt. Je weniger Wasser der Rhein führt, desto geringer die Last, die man auf die Transportschiffe laden kann. Und das verteuert den Transport. Der Vertrieb kostet rund 20 Rappen pro Liter. Beim Heizöl sind die fiskalischen Abgaben übrigens deutlich geringer. Sie machen nur 12 Prozent des Endpreises aus – gegenüber 52 Prozent beim Benzin (bei einem Preis von 1.70 Franken). Die Heizölpreise reagieren darum auch stärker auf die Schwankungen beim Erdöl: Sinkt der Ölpreis um drei Viertel, müsste der Preis für Heizöl rein rechnerisch um die Hälfte fallen. Beim Benzin wäre es nur ein Drittel.

Erstellt: 26.11.2014, 22:26 Uhr

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