Zum Hauptinhalt springen

Auch ältere Menschen können bei den Prämien sparen

Wer wechselt, profitiert. Diese Losung gilt nicht nur für junge Leute. Auch ältere und kranke Personen können von einem Wechsel bei der Krankenkasse profitieren.

Nun steigen sie wieder, die Prämien für die Krankenversicherung. Nach einer Phase relativer Ruhe zahlen Versicherte im nächsten Jahr durchschnittlich 2,6 Prozent mehr. Bei einer Monatsprämie von 300 Franken macht die Erhöhung gegen 100 Franken im Jahr aus. Auf den ersten Blick nicht allzu viel, doch angesichts der gleichzeitig gestiegenen Teuerung, lohnt es sich, Alternativen in zu prüfen. Wer umsattelt, kann die Erhöhung ohne weiteres umgehen und sogar noch zusätzlich sparen.

In der Vergangenheit haben jeweils nur wenige die Kasse gewechselt und wenn, dann waren es gemäss dem Internetvergleichsdienst Comparis die Jungen und die Gesunden, aber kaum ältere Personen. Entsprechend hoch seien deshalb deren Prämien und deren Sparpotenzial, sagt Richard Eisler, Geschäftsführer von Comparis. Das Argument, im fortgeschrittenen Alter solle man die Kasse nicht wechseln, ist noch immer verbreitet. Für die Grundversicherung gilt es aber nicht: Die steht allen offen.

Als Grund, warum sie nicht wechseln, geben viele die Zufriedenheit mit der eigenen Kasse an. Andere scheuen den Aufwand, den ein Wechsel mit sich bringe, und übersehen dabei die Vorteile. Auch ist es nicht in jedem Fall nötig, zum Sparen gleich die bisherige Kasse zu verlassen. Die Versicherungen bauen ihre internen Alternativen ständig weiter aus.

Gleiche Kasse, anderes Modell

Von der regulären Grundversicherung auf ein günstigeres Modell innerhalb der bestehenden Kasse umzusteigen, ist in jedem Moment möglich, auch für Menschen, die bereits in Behandlung sind. Damit lassen sich im besten Fall bis zu 25 Prozent sparen. Allerdings müssen Patientinnen bei der Arztwahl gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen:

HMO-Modell: Versicherte suchen bei diesem Modell zuerst ihren Arzt oder ihre Ärztin in der HMO-Praxis auf und lassen sich wenn nötig danach weiterverweisen. HMO-Praxen gibt es indes nicht bei jeder Versicherung an jedem Ort, weshalb man vorgängig abklären muss, ob die eigene Kasse am Wohnort das Modell anbietet.

Hausarztmodell: Ähnlich der HMO-Variante, wobei Versicherte sich verpflichten, bei einem Leiden immer zuerst ihren Hausarzt konsultieren. Das könnte sich gerade für ältere Personen auszahlen, die das bereits so handhaben. Voraussetzung ist allerdings: Der Arzt muss auf der Hausarzt-Liste der betreffenden Kasse stehen.

Weitere Modelle variieren je nach Versicherung: Dazu gehört etwa die vorgängige telefonische Konsultation. Dabei lassen sich die Versicherten vor jedem Arztbesuch durch medizinisches Personal telefonisch beraten.

Höhere Franchise

Damit beteiligen sich Versicherten stärker an den Kosten, haben dafür geringere Prämien. Am meisten spart man, wenn die Krankheitskosten gering ausfallen. Da sich das nicht immer voraussehen lässt, ist diese Variante mit einem gewissen Risiko behaftet. Im schlechtesten Fall können statt der Einsparungen auch Mehrkosten von ein paar Hundert Franken resultieren.

Allerdings kann man die Franchise jedes Jahr wieder von neuem ändern. Eine höhere Franchise lässt sich auch mit einem günstigen Versicherungsmodell (Hausarzt, HMO etc.) kombinieren. Der Rabatt darf aber insgesamt nicht grösser sein als 50 Prozent der regulären Versicherungsprämie.

Wechsel der Kasse

Der klassische Weg zu sparen: die Grundversicherung zu einer billigeren Kasse wechseln. «Das macht sich auch Jahre später noch bezahlt», wie Comparis-Geschäftsführer Eisler sagt, «denn die günstigen Kassen bleiben günstig.» Jede Kasse muss die Eintrittswilligen in die Grundversicherung aufnehmen – egal wie alt oder wie krank sie sind. Denn die Versicherung ist obligatorisch, und die Leistungen sind definiert. Die Zusatzversicherungen kann man bei der alten Kasse belassen, zumal diese nicht ohne weiteres und kaum mehr auf Ende Jahr zu wechseln ist.

Wer seine Krankenversicherung aufteilt, also die Grundversicherung bei der einen und die Zusatzversicherung bei einer anderen Kasse hat, nimmt allerdings etwas Mehraufwand in Kauf: Er muss mit zwei Versicherungen abrechnen und länger auf die Vergütung warten. Laut Rudolf Luginbühl, dem Ombudsman der Krankenkassen, kann es in Einzelfällen auch zu Diskussionen zwischen den Kassen kommen darüber, ob nun eine Leistung zur Grundversicherung gehört oder zur Zusatzversicherung. Luginbühl rät deshalb, Grund- und Zusatzversicherung nur zu trennen, wenn sich damit merklich Geld sparen lasse.

Wer nur eine kleine Zusatzversicherung bei einer Kasse belässt, muss allenfalls eine geringe Verwaltungsgebühr zahlen. Indes müssen die Versicherten keine «Strafaktionen» mehr befürchten, wenn sie nur ihre Grundversicherung zu einer neuen Kasse transferieren: Die Zusatzversicherung kann ihnen deswegen nicht gekündigt werden. Laut Richard Eisler verzichten die Krankenkassen heute auch freiwillig auf ihr Kündigungsrecht nach einem Schadenfall. Schliesslich seien die Zusatzversicherungen für sie eine lukrative Angelegenheit.

Die Aufteilung der Krankenversicherungen hat aus Sicht der Patientenstelle auch Vorteile: Persönliche Gesundheitsdaten müssen Versicherte nämlich nur bei der Zusatzversicherung angeben. Wer alles bei einer einzigen Kasse konzentriere, gebe somit seine Daten unnötigerweise auch der Grundversicherung bekannt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch