Zum Hauptinhalt springen

Auch Gold kann sich rasch in Luft auflösen

Sogar Gold unterliegt einem Emittentenrisiko, wenn man es als Zertifikat besitzt. Gold im Tresor und Exchange Traded Funds sind die sichere Lösung.

Die Sturmwellen in den Finanzmärkten gehen hoch. Auf der Suche nach einem sicheren Hafen finden Anleger wieder zu Edelmetallanlagen. Skeptiker geben zu bedenken, dass die Preisschwankungen gerade auch bei Gold enorm hoch sei: So brach der Goldpreis in Dollar von Mitte Juli bis 11. September um fast ein Viertel ein. Beobachter meinen, dass der Preissturz direkt mit der Finanzkrise zusammenhing und grosse US-Investmentbanken, die dringend Dollar-Liquidität benötigten, ihre Edelmetallpositionen auf den Markt warfen.

Ungeachtet der hohen Volatilität hat sich das Blatt gewendet: Wurden zu Beginn der Dekade Anlageberater, die zum Kauf von Edelmetallen rieten, mitleidig belächelt, fallen derlei Ratschläge nun wieder auf fruchtbaren Boden. Eine Investorenlegende wie Warren Buffett ist viel früher aktiv geworden und begann bereits Mitte 1997 mit dem Aufkauf von Silber, getreu der Devise, dass man Edelmetalle dann, wenn die Krise da ist, nicht erst noch kaufen, sondern bereits besitzen sollte.

Vorsicht bei Metallkonten

Wer nun, um Teile des Vermögens in einen sicheren Hafen zu bringen, Edelmetallanlagen tätigen will, sollte sich – neben den stark unterschiedlichen Kosten – vor allem auch die Geschehnisse um die Bank Lehman Brothers nochmals vor Augen halten: Strukturierte Produkte von Lehman Brothers wurden einst mit dem Hinweis verkauft, sie seien «voll kapitalgeschützt». Erst als die US-Investmentbank kollabierte, merkten Anleger, dass es da noch ein Emittentenrisiko gibt und sie mit einem Totalverlust rechnen müssen.

Das wäre auch der Fall bei Zertifikaten auf Edelmetalle, wie sie etwa die Bank ABN Amro herausgibt. Mit solchen Papieren partizipieren die Anleger zwar auf eine einfache, relativ günstige Weise an der Wertentwicklung von Edelmetallen. Ginge die Bank aber pleite, kämen die Forderungen in die Konkursmasse.

Das gilt auch bei Anlagen auf Metallkonten: In diesem Fall besitzt der Kunde gegenüber der Bank ein Guthaben in Gramm und Unzen des spezifischen Edelmetalls. Die Forderung wäre im Fall eines Konkurses der Bank beim Konkursamt anzumelden - der Kunde gilt da, wie die UBS bestätigt, «als gewöhnlicher Gläubiger».

Lässt er seine Edelmetalle in einem Metalleinzel- oder Sammeldepot der Bank aufbewahren, ist er dagegen der alleinige Eigentümer: Bei einem Konkurs der Bank würden die Edelmetalle zu seinen Gunsten aus der Konkursmasse ausgesondert. Man hat auch das Recht, sich das Edelmetall ausliefern zu lassen. Gemäss UBS verlangen dies zurzeit ältere Kunden vermehrt, weshalb es bei der Auslieferung zu Verzögerungen kommen kann. Wichtig ist, dass der Kunde erst mit der physischen Auslieferung Eigentum am Metall erwirbt.

Direktkauf immer beliebter

Hoch im Kurs steht der Direktkauf von Edelmetallbarren oder Münzen. Oft ist zu hören, dass zurzeit nur noch schwer welche zu bekommen seien. Die Zürcher Kantonalbank relativiert aber, die derzeitige Nachfrage könne, auch wenn sie «markant gestiegen» sei, gut befriedigt werden; nur bei grösseren Mengen sei eine Wartezeit von zwei Tagen einzukalkulieren.

Pensionskassen haben mit Edelmetallanlagen ihre eigenen Probleme, weil die Regulationen Lösungen mit Metallkonten oder Direktanlagen einschränken. Für institutionelle Anleger hat die ZKB im Frühling 2006 den Gold Exchange Traded Fund (Gold ETF) lanciert, im Mai 2007 folgten Fonds für Silber, Platin und Palladium.

Die Produkte sind auch bei Privatanlegern beliebt. So gab der Gold ETF in diesem Jahr bisher 320'000 neue Anteile aus, was einer Zunahme von 54 Prozent entspricht. Die ZKB ETF decken sich im Umfang ihres Vermögens physisch mit dem Edelmetall ein. Dieses wird grossenteils in den Tresoranlagen der ZKB gelagert. Für die Anleger besteht kein Emittentenrisiko, weil das investierte Edelmetall als Sondervermögen ausgeschieden ist.

Bald Gold mit Währungsabsicherung

Sobald die Genehmigung der Bankenkommission vorliegt, will auch die Bank Julius Bär physisch voll gedeckte Gold ETF lancieren. Sie hat das Produkt weiterentwickelt. Da der Dollar die Handelswährung für Gold ist, wird die Bank Gold ETF in den Währungen Franken und Euro herausbringen, bei denen das Dollarrisiko abgesichert wird. Wie sich zeigte, fällt der Dollar oft, wenn der Goldpreis steigt, und umgekehrt. Wer auf die Währungsabsicherung verzichten möchte, für den lanciert die Bank auch einen Gold ETF in Dollar.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch