Bei hohem Risiko kürzt Versicherung Leistungen

Übliche Versicherungen decken bei Skiunfällen zwar nicht alles, doch meist reichen sie aus.

Wer sich trotz Regeln und Warnungen einer erheblichen Gefahr aussetzt und dann verunfallt, muss damit rechnen, dass die Versicherung nicht alle Kosten übernimmt. Foto: Keystone

Wer sich trotz Regeln und Warnungen einer erheblichen Gefahr aussetzt und dann verunfallt, muss damit rechnen, dass die Versicherung nicht alle Kosten übernimmt. Foto: Keystone

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Bei einem Skiunfall kann die Versicherung Leistungen kürzen, wenn jemand ein zu grosses Risiko eingeht oder grobfahrlässig handelt. Das Risiko ist zu gross, wenn sich jemand trotz Regeln und Warnungen einer erheblichen Gefahr aussetzt. Experten sprechen in diesem Fall von einem Wagnis. Liane Wittwer von der Unfallversicherung Suva nennt als Beispiel, wenn ein Skifahrer trotz angekündigter Lawinengefahr und Hinweistafeln in einen Lawinenhang fährt.

Auch wer über eine unübersichtliche Schanze springt und den Landepunkt nicht im Blickfeld hat, begeht ein Wagnis. Das Gleiche gilt für einen waghalsigen Sprung mit einer sehr hohen Geschwindigkeit. Wobei aber ein Nachweis schwierig ist.

Die Nichtbetriebsunfallversicherung übernimmt die vollen Heilungskosten selbst dann, wenn der Verunfallte ein zu hohes Risiko eingegangen ist. Doch den Ersatz des Lohnausfalls kürzt sie meist um die Hälfte. In seltenen und besonders schwerwiegenden Fällen kann die Kürzung sogar bis 100 Prozent gehen.

Zu Kürzungen kann es auch bei Grobfahrlässigkeit kommen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand früh sowie ausgiebig das Après-Ski feiert und anschliessend stark alkoholisiert einen Unfall verursacht.

«Mit Nichtbetriebsunfall- und Haftpflichtversicherung sind Skifahrer gut gedeckt.»Christian Imhof, Haftpflichtexperte Axa

Wenn ein Unfallverursacher durch eine Kollision eine andere Person verletzt, kommt die Haftpflichtversicherung zum Zug. Fremdverletzungen auf Skipisten sind vergleichsweise selten. «Das betrifft nur acht Prozent aller Skisportunfälle», sagt Christian Imhof, Haftpflichtexperte bei der Versicherung Axa. Wie er erläutert, bezahlt die Haftpflichtversicherung, wenn der Unfallverursacher die Sorgfaltspflicht verletzt hat.

Als Kriterien für die Sorgfaltspflicht gelten die zehn FIS-Regeln, die sich im Internet leicht finden lassen. Würden die Regeln eingehalten, bestehe keine Haftung, erläutert Imhof. In diesem Fall kommt die Nichtbetriebsunfallversicherung zum Zug. Nach Einschätzung von Imhof reichen die Standardversicherungen grundsätzlich aus: «Mit Nichtbetriebsunfall- und Haftpflichtversicherung sind Skifahrer gut gedeckt.»

Erstellt: 19.01.2020, 18:10 Uhr

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