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Bund plant «Wegzugssteuer»

Im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III will der Bundesrat eine Kapitalgewinnsteuer einführen. Diese soll auch bei einem Wegzug aus der Schweiz fällig werden. Das trifft besonders Aktionäre.

Der Entwurf für die Unternehmenssteuerreform III wird bald präsentiert: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf während der laufenden Session. (10. September 2014)
Der Entwurf für die Unternehmenssteuerreform III wird bald präsentiert: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf während der laufenden Session. (10. September 2014)

Der Bundesrat wird im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III auch eine Art Wegzugssteuer vorschlagen. Eine allfällige Kapitalgewinnsteuer würde auch zur Anwendung kommen, wenn Personen aus der Schweiz wegziehen. Der Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD), Roland Meier, bestätigte eine entsprechende Information der «Schweiz am Sonntag» und der «Zentralschweiz am Sonntag».

Die Kapitalgewinnsteuer ist Teil des Entwurfs für die Unternehmenssteuerreform III, welchen der Bundesrat in Kürze präsentieren wird. Gewinne, welche natürliche Personen mit dem Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren erzielen, sollen künftig im Gegensatz zu heute als Einkommen versteuert werden.

Kapitalgewinnsteuer bei Wegzug ins Ausland

Wie die Zeitungen schreiben, soll diese Kapitalgewinnsteuer auch beim Wegzug aus der Schweiz zur Anwendung kommen. Die Steuerpflichtigen müssten dann die Wertpapiere so versteuern, als ob sie sie verkauft hätten.

Damit soll verhindert werden, dass die Steuer umgangen wird. Beispielsweise könnte sonst ein Besitzer eines Unternehmens vor dem Verkauf seiner Unternehmensaktien seinen Steuersitz ins Ausland verlegen.

Verminderte Attraktivität der Schweiz

Mit der Unternehmenssteuerreform III will der Bundesrat den Steuerstreit mit der EU beilegen. Die Schweiz wird die von der EU kritisierte ungleiche Besteuerung von im In- und im Ausland erzielten Unternehmensgewinnen abschaffen. Mit der Kapitalgewinnsteuer und anderen Neuerungen will der Bundesrat einen Teil der Steuerausfälle verringern, die wegen des neuen Steuerregimes drohen.

Die Reform bedroht aus Sicht vieler Grossunternehmen offenbar die Attraktivität und die internationale Konkurrenzfähigkeit der Schweiz. Die «Schweiz am Sonntag» zitierte aus einer Studie des Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte, wonach 64 Prozent von 158 befragten Unternehmen von einer verminderten Konkurrenzfähigkeit ausgehen.

53 Prozent der Unternehmen rechnen für sich selbst mit negativen Folgen. 6 Prozent erwägen, gewisse Aktivitäten wie Finanzierungen oder Lizenzverwertungen ins Ausland zu verlegen – zwei Unternehmen überlegen sich, Teile des Unternehmens oder gar den Sitz zu verlagern.

SDA/rar

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