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«CS und UBS sind im Tanga unterwegs»

Im Streit um höhere Sicherheiten für die Grossbanken stellt sich der Bankenprofessor Urs Birchler auf die Seite der Nationalbank. Wenn die CS und die UBS ihre Kapitalbasis nicht erhöhten, sei das gefährlich.

Haben beide von der Nationalbank ein schlechtes Zeugnis bekommen: Die Grossbanken CS und UBS.
Haben beide von der Nationalbank ein schlechtes Zeugnis bekommen: Die Grossbanken CS und UBS.
Keystone

Urs Birchler, der Bankenspezialist der Universität Zürich, schaltet sich in die Diskussion um höhere Sicherheiten für die Grossbanken Credit Suisse und UBS ein: «Die Schweizer Banken verfügen im internationalen Vergleich auf die Bilanz bezogen über eine sehr dünne Kapitaldecke. Wenn man diese auf die Körperoberfläche bezieht, dann stehen die beiden Banken im Tanga da», sagt Birchler in einem Interview der «SonntagsZeitung». Er schlägt sich damit auf die Seite der Nationalbank.

Wenn die Credit Suisse und die UBS ihre Kapitalbasis angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftssituation nicht erhöhten, sei das gefährlich. Dieser Meinung ist auch die Nationalbank – die findet, dass die Banken ihre Risiken nicht genügend zurückgefahren haben. Eine Rettung einer der beiden Grossbanken könne den Wirtschaftsstandort Schweiz und den sozialen Frieden über Nacht kaputt machen, so Birchler.

Eigenkapitaldecken von 20 Prozent

Birchler fordert Eigenkapitaldecken von 20 Prozent: «Das fände ich aus Sicht der Steuerzahler keine unanständige Forderung.» Um sich Kapital zu verschaffen, könnten die Banken ihre Dividenden ausfallen lassen.

Die Kritik der Banken kontert er: «Die Banken haben sich in den letzten Jahren nachhaltig blamiert – trotzdem kaufen ihnen die Politiker das Märchen von den teuren Eigenmitteln immer noch ab.»

Zwei Grossbanken in der 1. Liga?

Mit der UBS und der CS verfügt die Schweiz gleich über zwei Grossbanken, die global in der ersten Liga spielen. Für Birchler bleibt die Frage offen, ob die Banken wirklich so gross und so organisiert sein müssen, wie sie es heute sind: «Unternehmer beklagen, dass die Grossbanken an klassischen Handelsgeschäften nicht sonderlich interessiert seien.»

So oder so sei der Bankensektor ziemlich aufgebläht. Er werde international schrumpfen – auch in der Schweiz. Es stünden bereits ein Dutzend Schweizer Banken zum Verkauf, aber aus Angst vor Altlasten wolle sie niemand übernehmen, sagt der Bankenprofessor. Birchler: «Die Krise ist dann vorbei, wenn ein Sekundarlehrer wieder gleich viel verdient wie ein Bankprokurist.»

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