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Das Nervenspiel um Euro und Dollar

Sind die US-Daten zu schwach, wird der Euro zu stark: Der Devisenmarkt verhält sich weder so, wie es Prognosen voraussagten, noch so, wie es der EZB recht sein kann. Janet Yellen könnte bereits heute Abhilfe schaffen.

Beobachter hatten bereits von einem «Draghi-Moment» gesprochen. Nachdem Europas Notenbankchef am Donnerstag vor Zuhörern in Wien den Eurokurs als «zunehmend relevant für unsere Beurteilung der Preisstabilität» bezeichnet hatte, schien der Bann beim Euro gebrochen. Europas Währung, die im Vergleich zum US-Dollar immer stärker geworden war, schwächte sich auf einen Schlag von 1,3950 auf 1,3850 ab. Endlich, so dachten manche Finanzmarktteilnehmer, würde das Pendel beim Euro wieder in jene Richtung umschwenken, die seit geraumer Zeit prognostiziert wird: nach unten.

Die Freude war verfrüht. Bereits heute notiert der Euro wieder über 1,39 Dollar und damit nahe an der psychologischen Schwelle von 1,40 Dollar. Problematisch ist dies nicht nur aus Sicht der Spekulanten, die sich auf einen starken Dollar eingestellt hatten – auf Empfehlung von Instituten wie etwa der Deutschen Bank, die zum Jahreswechsel ein baldiges Absinken des Eurokurses auf 1,26 Dollar vorausgesagt hatte. Kritisch ist die Entwicklung auch aus Sicht der EZB. Der starke Euro droht, ihre Bemühungen, die Geldpolitik im Euroraum so locker wie möglich zu gestalten, zunichtezumachen.

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